Gefahren durch Böller: Handspezialisten des Bergmannstrost bereiten sich auf Silvester vor

Trotz des bundesweiten Verkaufsverbots für Silvesterböller stellt sich das BG Klinikum Bergmannstrost Halle zum Jahreswechsel auf Patienten mit Verletzungen durch Böller ein.

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22.12.2020BG Klinikum Bergmannstrost Halle

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Christian Malordy

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„Wir warnen vor illegalen Feuerwerkskörpern vom Schwarzmarkt. Viele haben eine starke Sprengkraft, die schwere und schwerste Verletzungen verursachen können!“, so Handchirurg und Chefarzt Prof. Dr. Frank Siemers. Er leitet die Klinik für Plastische und Handchirurgie im Bergmannstrost, die das einzige zertifizierte Hand-Trauma-Zentrum in Halle und auf solche Verletzungen spezialisiert ist.

Etwa 100 Notfälle behandelt das Bergmannstrost jedes Jahr in der Silvesternacht. Weitere Fälle werden in den Neujahrstagen in der Notaufnahme vorstellig. Knapp die Hälfte dieser Verletzungen, ca. 40, resultiert aus nicht sachgerechtem, leichtsinnigem oder illegalem Umgang mit Feuerwerkskörpern. „Obwohl Handchirurgen regelmäßig vor den Gefahren von Feuerwerkskörpern warnen, bleibt die Zahl der Patienten mit Explosionsverletzungen an der Hand unverändert hoch“, so Siemers. Jedes Jahr aufs Neue müssen im Bergmannstrost in der Silvesternacht Notoperationen durchgeführt werden, neun waren es im Negativ-Rekordjahr 2016. In diesem Jahr wäre das in Zeiten von Corona auch personell eine besondere Herausforderung: „Je weniger Böllerverletzungen dieses Silvester in der Notaufnahme behandelt werden müssen, desto mehr entlastet das die Situation in der Klinik. Und natürlich sollten auch zu Silvester unnötige Kontakte vermieden und die Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden.“

Typische Verletzungen rund um den Jahreswechsel sind neben Verletzungen der oberen und unteren  Extremitäten vor allem Handverletzungen, die von Schnitt- und Brandwunden, über abgetrennte Finger oder Fingerglieder bis zur Zerstörung der Hand reichen. Für solch schwere Verletzungen hält das Hand-Trauma-Zentrum Bergmannstrost das ganze Jahr über einen 24-Stunden-Replantationsdienst vor, um abgetrennte Gliedmaßen wieder anzufügen.

Nach einem Unfall sollten Betroffene in jedem Fall möglichst schnell eine Klinik mit ausgewiesener Expertise für Handchirurgie aufsuchen oder den Rettungsdienst unter der Notfallnummer 112 rufen und die Hand von einem Spezialisten behandeln lassen. Auch bei Verletzungen, die zunächst leicht erscheinen, gilt: „Besser gleich zum Handchirurgen!“

Kontakt:

BG Klinikum Bergmannstrost Halle
Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum
Chefarzt Prof. Dr. Frank Siemers
Sekretariat

Tel.: 0345 132 63 33
E-Mail: plastische-chirurgie@bergmannstrost.de