Implantatassoziierte Infektions­behandlung

Unter einer implantatassoziierten Infektion versteht man eine Entzündung an Muskulatur oder Skelett, die infolge einer operativen  Versorgung mit einem Implantat auftreten kann.

Die Anwesenheit von Implantaten wie Platten, Schrauben, Nägeln, Ankern, Kunstbändern, Knorpel- und Knochenersatzmaterialien oder Ähnlichem kann mit einer Entzündung (Infektion) einhergehen. Oft reicht eine geringe Keimlast bei Platten, Nägeln, aber auch auflösbarem Fixationsmaterial und anderen aus, um eine solche Infektion auszulösen. Zur Vermeidung schwerer Folgeschäden sind notwendige Behandlungsschritte einzuleiten. Diese sind abhängig von der bestehenden Infekt-Dauer (Früh, - oder Spätinfekt), vom Infekt-Ausmaß zum Zeitpunkt der Feststellung sowie der Stabilität des Implantates bzw. des stabilisierten Bereiches.

Behandlungsziele sind die Infektberuhigung, Wiederherstellung der Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Gliedmaße und Schmerzreduktion.

Bei geringem Infektausmaß und stabil einliegendem Implantat kann unter Umständen das Implantat erhalten werden:

Hierzu dienen operative Maßnahmen wie die chirurgische Reinigung der Wunde (Débridement), Probenentnahmen, Stabilitätsprüfung, gegebenenfalls Spülungen und der lokale Einsatz von Antibiotika-Trägern. Andernfalls können neben den üblichen operativen infektbekämpfenden Maßnahmen auch weitere operative Eingriffe zur Entfernung des Implantates notwendig werden. Hierbei kommen Stabilisatoren wie Fixateure, Schienen und andere zum Einsatz.  Parallel ist eine geeignete Antibiotika-Therapie erforderlich.

Bei Erhalt des Implantates ist zur Vermeidung eines sogenannten Biofilms (Schleimschicht, die von Mikroorganismen gebildet wird) die Antibiotika-Therapie anzupassen.

Verfügbar an den Standorten

Alle Beiträge

Aus unserem Ratgeber