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50 Jahre Murnauer Zentrum für Rückenmarkverletzte

Die umfassende Behandlung von Wirbelsäulenverletzungen mit Querschnittlähmung findet Richtung gebend an den BG Kliniken statt. Alle neun Traumazentren der Klinikgruppe verfügen über entsprechend ausgerichtete Abteilungen, um einen Großteil der ca. 1800 neuen Fälle pro Jahr und vor allem auch der noch wesentlich zahlreicheren Fälle mit lähmungsbedingten Komplikationen zu behandeln. Das Murnauer Zentrum für Rückenmarkverletzte hat am 24. Januar das Jubiläumsjahr mit einer Mitarbeiterfeier anlässlich seines 50. Geburtstatages eröffnet. "Dieser Geburtstag ist nur dank des persönlichen Einsatzes aller Kolleginnen und Kollegen möglich, die jeden Tag mit unseren Patienten arbeiten und sie in ihr neues Leben begleiten. Deshalb ist diese Feierstunde als besonderer Dank für Sie gedacht", führt Geschäftsführerin Sarah Heinze aus.

Ein halbes Jahrhundert voller Dynamik und Veränderungen

Am 24. Januar 1969 wurde in Murnau das erste Zentrum zur Behandlung rückenmarkverletzter Patienten im süddeutschen Raum mit 60 Betten eröffnet. Das Behandlungsziel bestand primär darin, vor allem das Überleben querschnittgelähmter Patienten zu sichern. "Dabei galt es, in erster Linie die querschnittassoziierten und lebenslimitierenden Komplikationen durch Fortschritte in Diagnostik und Therapie zu vermeiden und zu behandeln", erklärt Dr. Doris Maier, Leiterin des Zentrums. Als Unterabteilung der Unfallchirurgie griff das Zentrum bereits damals auf die gesamte Infrastruktur der Klinik zurück und pflegt seit jeher eine enge Zusammenarbeit mit allen Fachabteilungen. Damit konnte von Anfang an eine ganzheitliche Behandlung der Patienten aus einer Hand und vom Unfallort bis zur Wiedereingliederung möglich gemacht werden.

Die Ursachen für eine "frische" Querschnittlähmung haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Einerseits hat sich der Anteil der Arbeitsunfälle halbiert und auch der Anteil der im Verkehr Verunfallten ist deutlich zurückgegangen. Demgegenüber ist der Anteil der in der Freizeit Verunfallten angestiegen, insbesondere aber hat sich der Anteil frischer Querschnittlähmungen, der auf Erkrankungen zurückzuführen ist, mehr als verdoppelt. "Die besonderen Herausforderungen sind heute und wohl auch in der Zukunft eine zunehmende Überalterung der Patienten, der hohe Anteil tetraplegischer Patienten und eine in den letzten Jahren zunehmende Fallschwere", erklärt Dr. Maier.

Aber auch die Behandlungsmethoden haben sich verändert. Über einen Zeitraum von drei bis hin zu neun Monaten sind je nach Schwere der Verletzung mehr als 100 Patienten zeitgleich in stationärer Behandlung. Durchschnittlich sind ein Viertel dieser Patienten beatmet. Darüber hinaus erfolgt in der Murnauer Unfallklinik durch das interdisziplinäre Team im Anschluss an die Rehabilitation eine lebenslange Nachsorge. Eine ganzheitliche Versorgung aus einer Hand, die so in Deutschland einzigartig ist.

Start in das Jubiläumsjahr

Mit der Mitarbeiterfeier dankten Geschäftsführerin Sarah Heinze und Leiterin des Zentrums für Rückenmarkverletzte Dr. Maier stellvertretend den vielen Kolleginnen und Kollegen und all denen, die sich dem Zentrum verbunden fühlen, für die besonderen Leistungen, die sie täglich erbringen. Am 20. und 21. September 2019 findet in der BG Unfallklinik Murnau eine zweitägige Veranstaltung mit Vorträgen und Podiumsdiskussion rund um die historische Entwicklung des Murnauer Zentrums, aktuelle Behandlungsstrategien, klinische Forschung und paraplegiologische Ausbildung statt. Die Festveranstaltung richtet sich an das medizinische und pflegerische Fachpublikum aller Berufsgruppen zur Behandlung von Patienten mit einer Rückenmarkverletzung, Wegbegleiter, Unterstützer sowie an Vertreter der gesetzlichen Unfallversicherung, der Unfallversicherungsträger und der BG Kliniken.

Einen Film über die Entwicklung des Zentrums der letzten 50 Jahre können Sie hier einsehen: https://youtu.be/UblU79BHtwg.

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