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Fünf Jahre Siegfried Weller Institut an der BG Klinik Tübingen

Im Februar 2012 wurde das Siegfried Weller Institut für Unfallmedizinische Forschung (SWI) an der BG Klinik Tübingen eröffnet. Institutsleiter Professor Dr. Andreas Nüssler und seine Mitarbeiter beschäftigen sich seitdem schwerpunktmäßig mit Erkrankungen des Knochenstoffwechsels und der Stammzellforschung.

„Die unfallmedizinische Forschung hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten sehr intensiv mit der Verbesserung chirurgischer Techniken und der Entwicklung neuer Osteosynthesematerialien wie Platten und Schrauben beschäftigt“, erläutert Professor Andreas Nüssler. „Wir versuchen diese Forschungen mit neuen, alternativen Ansätzen zu ergänzen. Hierzu beschäftigen wir uns viel mit dem Knochenstoffwechsel. Wir fragen uns: Was lässt den Knochen heilen, was verhindert seine Heilung und wie können wir diese Faktoren, wenn wir sie erkannt haben, positiv im Sinne der Knochenheilung beeinflussen?“

Bei einer jüngst durchgeführten klinischen Studie fanden Nüssler und seine Mitarbeiter Hinweise darauf, dass chronische Stoffwechselerkrankungen wie z.B. der Diabetes mellitus und Mangelernährung eine bedeutsame Rolle bei Verzögerungen der Knochenheilung spielen. In einem anderen Projekt konnte im Zellversuch die negative Auswirkung des Rauchens auf die Knochenheilung nachgewiesen werden. „Vierzig Prozent der Patienten, die infektionsbedingte Komplikationen nach einem Unfall oder einer Operation erleiden, sind Diabetiker und Raucher“, erklärt Nüssler.

Um diese Hochrisikopatienten in Zukunft frühzeitig zu erkennen, möchte Nüssler zusammen mit Unfallchirurgen und Internisten ein Früherkennungs-System entwickeln: das Tübinger-RADAR-Screening. Erfasst werden sollen hierbei der Ernährungsstatus, massives Übergewicht, das Vorliegen eines Diabetes Mellitus sowie die Rauch- und Trinkgewohnheiten der Patienten. Nüssler: „Hochrisikopatienten, die zu planbaren Operationen in die BG Klinik kommen, werden bei einem auffälligen Screening-Befund umgehend in der Stoffwechsel-Ambulanz der Medizinischen Klinik der Universität vorgestellt und entweder ambulant oder kurzstationär auf den chirurgischen Eingriff vorbereitet.“ Durch Maßnahmen wie bspw. die Normalisierung des Stoffwechsels, Gewichtsreduktion, Einstellung des Blutdrucks und der Blutfettwerte sollen Komplikationen rund um die geplante Operation bereits im Vorfeld vermieden werden.

Nüssler und sein Team gehen darüber hinaus der Frage nach, wie sich Stammzellen unter bestimmten Bedingungen entwickeln und warum die Zellen von bestimmten Patientengruppen länger für den Neuaufbau brauchen. Wie können geschädigte Zellen gestärkt werden? „Eine Möglichkeit ist die definierte Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin C, Proteinen und Antioxidantien. Diese werden im Rahmen von Studien bereits an Patienten getestet. Die Frage ist, ob sich durch die Zugabe definierter Nahrungsergänzung eine schnellere Mobilisierung und somit eine schnellere Krankenhausentlassung erreichen lässt“, erläutert Nüssler.

Seit diesem Jahr beteiligt sich das SWI am SCORE Research Exchange, einem internationalen Austauschprogramm für Medizinstudenten, mit dem Ziel, internationale Studenten für die medizinische Forschung zu gewinnen. In den nächsten Monaten werden Medizinstudenten aus Chile, Peru, Brasilien und Taiwan am SWI studieren. „Herausragende Forschung benötigt exzellente Forscher“, betont Nüssler. „Durch exzellente Lehre sowie intensive Betreuung unserer Medizinstudenten wollen wir die besten Köpfe an uns binden.“

Bildunterschrift: Das Siegfried Weller Institut an der Tübinger BG Klinik zieht Studenten aus der ganzen Welt an. (Bild: BG Klinik Tübingen)

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Hintergrund BG Klinik Tübingen

Die BG Klinik Tübingen ist deutschlandweit eines der größten Zentren für die chirurgische Behandlung von Verletzungen aller Art bis zum Polytrauma, inklusive der Versorgung schwerster Verbrennungen.

Neben Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Plastischer, Hand- und Verbrennungschirurgie ist die Klinik spezialisiert auf die Behandlung Rückenmarkverletzter, die Knie- und Hüftgelenks-Endoprothetik, auf orthopädische Rehabilitationsverfahren, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie auf Intensivmedizin und Schmerztherapie.

Pro Jahr werden in der BG Klinik rund 10.000 Patienten stationär und rund 44.000 Patienten ambulant behandelt. Die chirurgischen Teams führen jährlich etwa 12.000 operative Eingriffe durch. Die Klinik steht gleichermaßen für Arbeitsunfallverletzte, Kassenpatienten und Selbstzahler offen. Klinikträger ist die BG Kliniken Ludwigshafen und Tübingen gGmbH, die mit ihren beiden Kliniken zur BG Kliniken – Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung gGmbH gehört.

BG Klinik Tübingen
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D-72076 Tübingen

E-Mail: info@bgu-tuebingen.de

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Internet:  www.bgu-tuebingen.de.

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