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Hamburger Rettungsdienste setzen auf digitalen Assistenten

Die mobile Datenerfassung soll in Zukunft dem BG Klinikum Hamburg (BGKH) und anderen Kliniken Patientendaten bereits vor dem Eintreffen des Patienten zur Verfügung stellen.

In der Pressekonferenz am 16. Mai zum aktuellen Projekt mobile Datenerfassung im Rettungsdienst stellte Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher in der Feuerwehrakademie erstmals das System der Öffentlichkeit vor. Bis zum Ende des Jahres sollen alle Rettungsdienste die Patientendaten über ein eigenes Informationssystem noch am Unfallort digital erfassen und den Krankenhäusern vor Ankunft übermitteln.

Die Medizin hat Einzug gehalten in den mobilen Bereich." Mit diesen Worten eröffnete Dr. Tschentscher die Vorstellung des neuen digitalen Informationssystems der Hamburger Feuerwehr. Vorteile sieht er vor allem in der Prozessoptimierung: Gerade in akuten Situationen sind gute Abläufe Lebenswichtig, um frühzeitig Maßnahmen einzuleiten und eine sichere Datenübergabe zu gewährleisten." Patienten profitieren vor allem von der Weiterverarbeitung der Daten. Nach der digitalen Erfassung werden diese umgehend an das anfahrende Krankenhaus übermittelt.

Auch das BG Klinikum Hamburg hat kürzlich die letzten Arbeiten zur Einführung des Systems abgeschlossen. Wir sind überzeugt, dass dies gerade unseren Patienten mit besonders schweren Verletzungen und Polytraumata entscheidende Vorteile bringt, denn hier zählt jede Sekunde.", so Dr. Jaeschke-Melli, leitender Arzt der Notaufnahme am BGKH. In Zukunft stehen somit Krankenhäusern wichtige Informationen zur Behandlung noch vor Eintreffen des Patienten zur Verfügung. Möglich macht dies ein eigens dafür entwickeltes Informationssystem.

Auf diesem Monitor wird das Team der Notaufnahme (hier Krankenpfleger Martin Willasch (li.) gemeinsam mit Oberarzt Dr. Stefan Jaeschke-Melli) am BGKH zukünftig über die eintreffenden Patienten informiert. (Fotocredit: Stefan Quack / BG Klinikum Hamburg)

NIDA macht Patientendaten mobil

NIDA, das steht für Notfall-Informations-Dokumentations-Assistent und stellt laut dem Leiter der Hamburger Feuerwehr Dr. Christian Schwarz einenwichtigen Meilenstein bei der Einsatzdokumentation dar". NIDA selbst ist eine Softwarelösung und das Herzstück des Projektes. Alle Einsatzdaten werden über das System erfasst, Protokolle erstellt und eine Patientenübergabe für die Klinik vorbereitet - alles digital. Die Eingabeschnittstelle stellen speziell für die Anforderungen entworfene Tablets dar. Zusätzliche Informationen bekommt das System über weitere Geräte wie EKG, Beatmungsgeräte oder Defibrillatoren. Die gesammelten Daten werden gespeichert und direkt an das anfahrende Krankenhaus geschickt. In diesem befindet sich ein Infoscreen, auf dem Vitalparameter und weitere wichtige Informationen anonymisiert eingeblendet werden. Zusätzlich ordnen die sogenannten Arrival Boards Patienten bereits einer Dringlichkeitsstufe zu. Das Behandlungsteam kann also schon weitaus früher und gezielter mit der Vorbereitung beginnen.

Mit diesen Tablets werden zukünftig alle Patientendaten digital erfasst. (Fotocredit: Sebastian Braeutigam / BG Klinikum Hamburg)

Pilotphase erfolgreich bestanden

Nach einer vierjährigen Planung fand vom Oktober bis November 2018 die Testphase statt. Zum aktuellen Zeitpunkt wurden bereits 94% der Einsätze mit NIDA dokumentiert und das System in über 20.000 Einsätzen genutzt. Mehr als 50 Rettungswagen sind schon mit dem System ausgestattet. Weitere Fahrzeuge sind geplant. Zudem möchte man die Bundeswehr, den ADAC und Hilfsorganisationen ebenfalls an das System anschließen. Dafür gibt es zwei gute Argumente. Handschriftliche Dokumentationen sind nicht nur fehleranfällig, sondern auch sehr zeitaufwendig - beides Faktoren, die sich negativ auf die Abrechnung auswirken. Mit NIDA beträgt die durchschnittlichen Dokumentationszeit 41 Minuten, ohne den digitalen Assistenten mehrere Tage bis Wochen. Das weiß auch die Feuerwehr und kommentiert: "Wir sind keine Verwaltungsbeamten."

Für Bürgermeister Tschentscher steht fest: Die Digitalisierung ist ein großer Schritt. Die Zentralisierung der Patientendaten wird immer weiter zunehmen." Tatsächlich ist NIDA nur ein Teilschritt. Geplant ist ein umfassendes System, hin zur digitalen Patientenakte. Aktuell lässt sich zumindest festhalten: Die Zukunft der Patientendaten von Rettungsdiensten ist mobil und digital.

Großes Medieninteresse - auf der Pressekonferenz stellen Hamburgs Bürgermeister Dr. Tschentscher und der Leiter der Hamburger Feuerwehr, Dr. Christian Schwarz, das neue Projekt vor. (Fotocredit: Sebastian Braeutigam / BG Klinikum Hamburg)

 

 

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