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Pflegeberuf mit Herz und Doktortitel

Im Rahmen ihrer Dissertation hat Frau Dr. Orthgieß ein kompetenzorientiertes Anforderungsprofil für Servicepersonal in der stationären Pflege entwickelt. Dafür wurde sie von der Universität Koblenz-Landau mit dem Doktortitel der Philosophie ausgezeichnet. Die Erkenntnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit tragen dazu bei, gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Pflege besser gewachsen zu sein. In einem Interview gewährt uns Frau Dr. Orthgieß Einblicke in ihre Dissertation, ihre Motivation und ihre Begeisterung für den Pflegeberuf.

 

Frau Dr. Orthgieß, am 27.09.2016 haben Sie den Doktortitel der Philosophie verliehen bekommen. Was hat Sie dazu motiviert, zu promovieren?

Drei Dinge: Erstens erfüllt es mich mit Stolz, den Doktortitel von der Krankenpflegeausbildung aus erreicht zu haben. Zudem lassen sich meine gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis anwenden. Und nicht zuletzt möchte ich ein Vorbild für junge Menschen sein, den Pflegeberuf zu erlernen, der lebenslang viele Chancen eröffnet.

 

Das Thema Ihrer Promotion lautet: „Servicepersonal in der stationären Pflege. Eine professionstheoretische Untersuchung.“ Wie sind Sie auf dieses Thema aufmerksam geworden?

Durch meine tägliche Arbeit und Beobachtungen in der Praxis ist die Idee zu dem Thema entstanden. Es zeigt sich, dass immer häufiger Servicepersonal in Krankenhäusern und anderen pflegerischen Einrichtungen zum Einsatz kommt, um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu kompensieren.

 

Welche Erkenntnisse aus Ihrer Dissertation können Sie in unseren Klinikalltag einbringen?

Der Einsatz von Servicepersonal in der stationären Pflege ist vielerorts bereits gegeben. Die in der Dissertation befragten Pflegeexperten sind der Meinung, dass Servicepersonal in Kliniken eingesetzt werden kann und von ihm bestimmte Tätigkeiten durchgeführt werden können. Allerdings bringen die Servicemitarbeiterinnen und -mitarbeiter unterschiedliche berufliche Voraussetzungen mit. Diese beziehen sich zudem meist nicht auf das berufliche Umfeld eines Krankenhauses oder einer pflegerischen Station. Folglich besteht ein Lernbedarf, um die Handlungskompetenz des Servicepersonals im Krankenhaus und in der stationären Pflege zu entwickeln. 

Im Rahmen meiner Dissertation habe ich ein situatives, tätigkeitsbezogenes Anforderungsprofil für Servicepersonal in der stationären Pflege entwickelt. Auf Basis dieses kompetenzorientierten Anforderungsprofils könnte eine Bildungsmaßnahme abgeleitet und entwickelt werden.

 

Was würden Sie einer Kollegin oder einem Kollegen raten, der ebenfalls promovieren möchte?

In erster Linie empfehle ich, eine Forschungsfrage zu wählen, die persönlich mit „Kopf, Hand und Herz“ von großer Bedeutung ist. Zudem sollte man für die Klärung dieser Frage bereit sein, durch alle Höhen und Tiefen der Doktorandenzeit zu gehen. Auch die Auswahl der Betreuer ist wichtig, denn sie stehen einem stets kritisch und wohlwollend mit Rat und Tat zur Seite. Die Eigenschaft eines Doktoranden diese Kritik für sich konstruktiv zu nutzen, ist von großem Vorteil. Eine disziplinierte Arbeitshaltung mit straffer Zeitplanung und Durchhaltevermögen ist ebenso von Bedeutung. Besonders wichtig sind zudem Menschen im persönlichen Umfeld, die diesen Weg vorbehaltlos mitgehen und einen unterstützen.

 

Und zu guter Letzt: Verraten Sie uns noch, wie wir aus Ihrer Sicht den Nachwuchs für Pflegeberufe begeistern können?

Andere zu begeistern gelingt nur dann, wenn man selbst vom Pflegeberuf begeistert ist. Vor allen Dingen trägt die Vorbildwirkung der Führungskräfte, Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, der Pflegenden, der Pädagoginnen und Pädagogen maßgeblich dazu bei.

 

Liebe Frau Dr. Orthgieß, vielen Dank für das Gespräch. Wir gratulieren Ihren recht herzlich zu Ihrem tollen Abschluss!

Vielen herzlichen Dank. 

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