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Praxistaugliches Robotersystem für Medizin und Pflege ist einsatzreif

Die Zukunft von Medizin und Pflege wird maßgeblich durch Roboterunterstützung mitgestaltet. Das ist die feste Überzeugung von Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin. Der bereits mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnete Wissenschaftler der Technischen Universität München präsentierte  auf der Pressekonferenz des BG Klinikums Unfallkrankenhauses Berlin (ukb) im Rahmen des Hauptstadtkongresses  seine Vorstellungen und Ideen, wie Robotik-Systeme schon heute zum Einsatz kommen können.

Der Roboterarm  „Panda“ mobilisiert  einen Patienten nach Schlaganfall oder hilft gebrechlichen Senioren beim Rasieren: nur zwei von unzähligen Anwendungen, die jetzt dank völlig neu entwickelter sensitiver Systeme möglich sind. „Unsere Roboter haben jetzt erstmalig einen funktionierenden Tastsinn, sind mit einer Art digitalem zentralen Nervensystem ausgestattet. Das macht sie feinfühlig, sicher und interaktiv“, sagt Prof. Haddadin, der gerade zum Gründungsdirektor der Munich School of Robotics and Machine Intelligence berufen wurde. Er und sein Team sind verantwortlich für die eigens entwickelte Software, dank derer die Programmierung des Roboters durch Apps kinderleicht wird. 

„Es ist keine komplexe Programmierung mehr nötig. Dem Roboterarm machen Sie wie einem kleinen Kind Dinge vor, daraus lernt das System“, erläutert der Spitzenforscher. Mit rund 10.000 Euro Kosten pro Roboterarm ist diese von Haddadin entwickelte Technik auch für den Massenmarkt geeignet. „Mensch-Maschinen-Systeme sind endlich praxistauglich. Das gilt für Exoskelette ebenso wie für diese leicht bedienbaren Roboter. Die BG Kliniken haben großes Interesse, auf diesem Feld mitzuwirken. Gerade unsere Patienten mit schwersten Verletzungen, Querschnittlähmung und Verbrennungen können davon profitieren, besonders im Bereich einer unserer Kernkompetenzen -  der integrierten Rehabilitation“, sagt Prof. Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des ukb sowie Ressortleiter Medizin der BG Kliniken.

Die Entwicklung dieses mit Künstlicher Intelligenz ausgestatteter Robotik-Systeme steht erst am Anfang. Unter dem Fachbegriff Geriatronik entwickelt Prof. Haddadin den Assistenzroboter „Garmi“, der es alten Menschen ermöglich soll, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden selbstbestimmt zu leben. Garmi soll eines Tages Essenstabletts bringen, die Spülmaschine einräumen, als Schachpartner dienen, bei einem Notfall aber auch den Arzt rufen, EKG und Ultraschallaufnahmen erstellen können, die dann von einem Arzt telemedizinisch ausgewertet werden. In fünf Jahren,  so hofft Prof. Haddadin, kann Garmi in Altersheimen oder Seniorenwohnungen  im Rahmen von Feldstudien zum Einsatz kommen. Nach jetzigem Plan könnte er dann in etwa zehn Jahren in den Regelbetrieb gehen.

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