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Unfallmedizinische Tagung 2017 in Nürnberg

Akute und rekonstruktive Unfallchirurgie, Rehabilitation und interdisziplinäre Versorgung von Unfallopfern standen im Fokus der zweitägigen Tagung.

Murnau, 15.05.2017. In Nürnberg fand am 12. und 13. Mai 2017 die Unfallmedizinische Tagung 2017 des Landesverbandes Südost der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) statt. Prof. Dr. Volker Bühren (BG Unfallklinik Murnau), Prof. Dr. Friedrich Frank Hennig (Universitätsklinikum Erlangen) und Prof. Dr. Mario Perl (BG Unfallklinik Murnau) hatten die wissenschaftliche Leitung inne. Auch die diesjährige Tagung fand mit ca. 700 Teilnehmern pro Tag eine hervorragende Resonanz. „Die wissenschaftlichen Themen sind für Durchgangsärzte in Praxis und Klinik, für Rehabilitationsmediziner, Mitarbeiter der Unfallversicherungsträger sowie für Kollegen mit medizinischen Assistenzberufen von großer Bedeutung“, stellte Prof. Dr. Volker Bühren, Ärztlicher Direktor der BG Unfallklinik Murnau, fest. 


Die „neuen“ Heilverfahren im 5. Jahr

Zum 1. Januar 2013 wurde das Heilverfahren in ein dreistufiges System überführt. In den ambulanten Verfahren ist die Umsetzung bereits erfolgt und zum Ende des Jahres laufen die Übergangsfristen der stationären Verfahren aus. Aus Expertensicht wurden der aktuelle Stand sowie die künftigen Entwicklungen diskutiert. Prof. Dr. Volker Bühren skizzierte dabei die Weiterentwicklung der Verletzungsarten- und der Schwerstverletzungsartenverfahren: „Ziel ist eine transparente und reibungslose Organisation der stationären Heilverfahren. Dabei helfen neue Informationstechnologien, die relevanten Daten unter vertretbarem Aufwand zur Verfügung zu stellen.“


Hilfsmittelversorgung und Endoprothetik nach Trauma

Mit allen geeigneten Mitteln sorgt die BG Unfallklinik Murnau für die Rehabilitation ihrer Patienten. „Mögliche Komplikationen im Heilungsverlauf und Herausforderungen, die sich immer wieder in der Traumarehabilitation ergeben, sind uns gut bekannt. Während kleinere Reha-Kliniken vielleicht ein bis zwei Schwerverletzte im Jahr behandeln, rehabilitieren wir jährlich Hunderte“, so Dr. Stefan Simmel, Leiter der BG Rehabilitation in Murnau. Als Experte stellte er die Indikationsprüfung neuer Armprothesen vor. 

Auch die Endoprothetik nach Trauma gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies liegt an der gesteigerten Qualität der Implantate und der vielerorts großen klinischen Erfahrung. Darüber hinaus wird auch in der gesetzlichen Unfallversicherung das Patientenkollektiv sowohl älter als auch anspruchsvoller. Experten haben die spezifischen Indikationen einer frühen endoprothetischen Versorgung als Alternative zum gelenkerhaltenden Versuch für die großen Gelenke in einer ausgewogenen Diskussionsrunde erörtert.


Das leichte Schädel-Hirn-Trauma

Die Sichtweise auf das leichte Schädel-Hirn-Trauma hat sich angesichts der Ergebnisse klinischer Studien und der neueren Bildgebungsmöglichkeiten wesentlich geändert. Vor allem im sportlichen Bereich ist diese Verletzung vermehrt in den Fokus gerückt, da wiederholte, vermeintlich geringe Traumen langanhaltende Beschwerden mit klinischen Folgen verursachen können. PD Dr. Martin Strowitzki, Leiter des Neurozentrums und der Neurochirurgie, referierte über neueste Erkenntnisse zu den komplexen Folgen auch leichter Schädel-Hirn-Traumen. Zusätzlich informierte die klinische Arbeitsgruppe Neurotrauma der BG Kliniken über aktuelle klinische Systematik, Symptomatik und Diagnostik sowie über therapeutische und rehabilitative Möglichkeiten.


Fulminante Infektionen

Patienten mit fulminanter Infektion oder septischem Verlauf sind lebensgefährdend bedroht. Ihre Behandlung bedarf eines raschen, systematischen und klinischen Managements, das in Analogie zum Polytrauma über vordefinierte Standards und eine konsequente Interdisziplinarität laufen muss. PD Dr. Sven Hungerer hat die fachliche Expertise der BG Unfallklinik Murnau am Beispiel der nekrotisierenden Weichteilinfektionen veranschaulicht.


Alternative Techniken in der Behandlung von Schaftfrakturen

Bei der Versorgung von Frakturen der Extremitäten im Wachstumsalter sind Besonderheiten des Kindesalters zu berücksichtigen. „Die Behandlung umfasst das gesamte Spektrum von der nicht operativen Therapie über klassische Fixationsmethoden bis hin zu extra für das Kindesalter entwickelten Implantaten“, erklärt PD Dr. Dorien Schneidmüller. Die Murnauer Unfallchirurgin stellte alternative Techniken in der Behandlung der Femurschaftfraktur vor.

Im Rahmen der Unfallmedizinischen Tagung hat sich die BG Unfallklinik Murnau mit ihrem Leistungsspektrum als überregionales Traumazentrum präsentiert. Die Akutklinik mit besonderer Kompetenz in der Versorgung von Unfallopfern und Menschen mit Berufskrankheiten folgt dem Grundsatz der DGUV, der vollständigen Rehabilitation unfallverletzter und berufserkrankter Menschen „mit allen geeigneten Mitteln“.

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Volker Bühren
Ärztlicher Direktor
BG Unfallklinik Murnau
Prof.-Küntscher-Straße 8
82418 Murnau
Tel.: 08841 48-2202
E-Mail: AeDir@bgu-murnau.de  

  

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