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    BG Klinik Falkenstein stellt Betrieb ein

    Die BG Klinik für Berufskrankheiten in Falkenstein hat zum 30. Juni 2020 ihren Betrieb eingestellt.

    Die Spezial­einrichtung für berufs­bedingte Atemwegs- und Haut­erkrankungen wurde 1994 gegründet und hat in Hochzeiten mit ihren knapp 100 Beschäftigten bis zu 1.500 Fälle pro Jahr behandelt. Hauptgrund für die Schließung ist ein anhaltender Fach­kräfte­mangel im ärztlichen Dienst, der durch die geographische Randlage der Klinik noch verstärkt wurde. Weiterhin machte der demographische Wandel der Einrichtung zu schaffen: Atemwegs- und Lungen­erkrankungen werden als Berufs­krankheiten seltener und die verbliebenen Patienten lehnten eine Behandlung vor Ort aufgrund ihres Alters und der damit zunehmend belastenden Anreise immer häufiger ab. 

    Hans Böhm, Geschäftsführer der BG Klinik Falkenstein: „Unser Haus stand lange zur richtigen Zeit am richtigen Ort und unsere Beschäftigten haben hier vielen Bergleuten und Asbestose-Opfern das Leben ganz wesentlich erleichtert. Aber die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr auch die berufs­bedingten Erkrankungen.“

    In den vergangenen Jahren hatten die BG Kliniken daher zahlreiche Initiativen gestartet, um die Klinik dauerhaft zukunftsfähig aufzustellen und mit angepassten Behandlungs­angeboten aus ihrer schwierigen Lage zu befreien.Dies gelang aber letztlich ebenso wenig wie ein Weiterbetrieb der Einrichtung unter neuer Trägerschaft, so dass die Konzernleitung schließlich einen umfangreichen Sozialplan für die Beschäftigten entwickelte, der aufgrund der Coronakrise in weiten Teilen digital verhandelt werden musste.

    Reinhard Nieper, Vorsitzender Geschäftsführer der BG Kliniken: „In Falkenstein wurde immer hervorragende Arbeit geleistet. Den Unfall­versicherungs­trägern und uns war es auch deshalb so wichtig, den Beschäftigten Perspektiven zu bieten, wenn ihre Arbeitsplätze trotz aller Bemühungen schon nicht erhalten werden konnten.“ 

    Alle Beschäftigten, die nicht zu anderen Konzern­gesellschaften wechseln, erhalten nun eine Abfindung. Weiterhin hat sich knapp die Hälfte der Beschäftigten zum Eintritt in eine von zwei Transfer­gesellschaften entschieden, die Anfang Juli und Anfang Oktober starten. Hier erhält jeder Beschäftigte zwölf Monate Unterstützung bei individuellen Qualifizierungs­maßnahmen und der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. 
    Die ehemaligen Patienten der BG Klinik Falkenstein dagegen werden nun in der Schwesterklinik in Bad Reichenhall oder anderen Rehakliniken der gesetzlichen Unfallversicherung versorgt.

    „Natürlich geht so eine Schließung nicht ohne Bedauern vonstatten. Zahlreiche Beschäftigte haben sich ihr gesamtes Berufsleben hier engagiert und auch unter den Patienten sind viele sehr regelmäßig unsere Gäste gewesen. Wir können daher nur all jenen unseren besonderen Dank aussprechen, die die BG Klinik Falkenstein in den vergangenen Jahren so treu unterstützt und gefördert haben.“, so Hans Böhm. 

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