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    Gleiche Aussagekraft bei halber Strahlendosis

    BG Kliniken belegen Nutzen niedrig-dosierter CT-Technologie in der Schwerverletztenversorgung

    Computertomografien (CT) sind auch bei reduzierter Strahlung sehr gut geeignet für den Einsatz in der Akutversorgung von schwerverletzten Unfallopfern. Das hat eine aktuelle Studie der BG Kliniken ermittelt, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift JAMA Surgery veröffentlicht wurde.

    Bei der Behandlung von schwer- und mehrfachverletzten Patienten kommt es auf jede Minute an – der Einsatz von CT-Scans erleichtert Medizinern nach einem Unfall die schnelle Diagnose von Verletzungen und Krankheiten. Doch durch die notwendige Röntgenstrahlung des Geräts erhöht sich möglicherweise auch das lebenslange Krebsrisiko für Patienten. In den letzten 30 Jahren konnte die Strahlung bei den meisten radiologischen Untersuchungen deutlich gemindert werden. Bislang war jedoch nicht bekannt, ob dadurch die Bildqualität beeinträchtigt wird, so dass einzelne Verletzungen nicht erkannt oder übersehen werden.

    Diesen Verdacht können die BG Kliniken nun widerlegen: In der aufwändigen klinischen DoReMI-Studie („Dose Reduction in Multiple Trauma Imaging“) wurden im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin zwischen September 2014 und August 2016 insgesamt 565 Patienten mit Mehrfachverletzungen nach einem schweren Unfall einem Standard-Dosis-CT und 509 weitere Patienten einem Niedrig-Dosis-CT mit halber Strahlendosis unterzogen. Im Ergebnis fanden sich nach komplexer statistischer Modellierung keine Unterschiede in der Rate übersehener Verletzungen oder der diagnostischen Genauigkeit zwischen beiden Verfahren. 

    Thomas Kahl, Senior-Autor des Artikels: „Wir freuen uns, dass wir den Teams unserer Notaufnahmen nunmehr die Niedrig-Dosis-CT-Untersuchung als diagnostischen Standard vorschlagen können." Sven Mutze, radiologischer Experte und Co-Initiator des DoReMi-Projekts: „Insbesondere die deutlichen Vorteile in der objektiven Bildqualität durch den Dosisreduktions-Algorithmus haben uns überrascht. Wir können diesen nun wissenschaftlich basiert empfehlen." Dirk Stengel, Leiter der klinischen Studie: „Wir konnten erstmals auf Grundlage einer großen Stichprobe zeigen, dass ein Niedrig-Dosis-CT dem üblichen Standard-Dosis-CT auch in der Akutversorgung schwerverletzter Patienten nicht unterlegen ist.“

    Die Computertomografie (CT) ist ein radiologisches Schnittbildverfahren, welches auch unter dem gezielten Einsatz von Röntgen-Kontrastmitteln die rasche und präzise Darstellung innerer Organe, der Knochen und Weichgewebe ermöglicht. Diese Eigenschaften machen die CT zum idealen frühen Diagnostikum in der Schwerverletztenversorgung. Durch die Anwendung neuartiger Niedrig-Dosis-Verfahren kann die notwendige Röntgenstrahlung bei der Untersuchung so weit gesenkt werden, dass sie die Werte, welcher jeder Mensch in Deutschland im Jahr durch natürliche und Höhenstrahlung ausgesetzt ist, deutlich unterschreitet.

    Weitere Informationen zur DoReMi-Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamasurgery/fullarticle/2758645
     

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