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    Silvester: Tipps für sicheres Böllern

    Handverletzungen an Silvester vermeiden: Fachgesellschaften geben Tipps für sicheres Böllern.

    Infos zur Pressemitteilung

    18.12.2019BG Kliniken

    Pressekontakt

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    Ute Kühnlein

    Leiterin Presse- und Öffentlich­keits­arbeit

    0621 6810-8507E-Mail

    An keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen die Hände wie an Silvester. Besonders unter Alkoholeinfluss missachten viele beim Zünden von Böllern und Raketen die Sicherheitsvorschriften; oftmals entstehen Verletzungen auch durch nicht-zertifizierte Billig-Feuerwerkskörper. Die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rufen deshalb zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Feuerwerk auf und geben Tipps für ein sicheres Silvestervergnügen.

    Rund 50 bis 60 schwere Handverletzungen behandeln Handchirurgen in einem großstädtischen Krankenhaus jedes Jahr in der Silvesternacht. Die meisten Patienten sind junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren, eine weitere Risikogruppe bilden 50- bis 60-jährige Männer. „Die Patienten kommen mit abgetrennten Fingern, Verbrennungen, Frakturen und Weichteilverletzungen an den Händen“, berichtet Dr. med. Berthold Bickert, Leitender Arzt der Sektion Handchirurgie an der BG Klinik Ludwigshafen und Präsident der DGH. „Oft sind die Verletzungen so schwer, dass die Patienten trotz schneller ärztlicher Hilfe und erfolgreicher rekonstruktiver Eingriffe irreversible Schäden davontragen.“ Denn die komplexe Struktur aus Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen ermöglicht der menschlichen Hand nicht nur besondere Fähigkeiten wie Greifen oder Halten, sondern macht sie auch sehr verletzungsanfällig. 

    Aus Sicht von Handchirurgen und Unfallchirurgen wären viele Handverletzungen an Silvester vermeidbar, wenn einfache Regeln beachtet würden. „Am besten verwendet man nur geprüfte und zertifizierte Feuerwerkskörper, die nicht in der Hand gezündet werden müssen“, sagt Prof. Dr. Paul A. Grützner, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie an der BG Klinik Ludwigshafen und Präsident der DGOU. Auch kleine Verletzungen wie leichte Verbrennungen sollten nicht unterschätzt werden: Sie können unbehandelt Narbenkontrakturen mit Bewegungseinschränkungen zur Folge haben. Darum sollte man sicherheitshalber auch mit einer kleinen Wunde an der Hand einen Handchirurgen aufsuchen.

    Tipps der Fachgesellschaften DGH und DGOU für sicheres Böllern:

    • Nur Produkte mit CE-Zeichen und BAM-Prüfnummer verwenden.
    • Feuerwerkskörper nach Anweisung nutzen und nicht damit „experimentieren“.
    • Keine illegalen oder selbst hergestellten Böller verwenden.
    • Feuerwerkskörper nie am Körper tragen, verschlossen und in sicherem Abstand lagern.
    • Keine Böller für Kinder und Jugendliche! Sie verletzen sich oft besonders schwer.
    • Nicht explodierte Böller nicht noch einmal zünden und am besten sofort entsorgen – dies schützt auch Kinder und Jugendliche, die Blindgänger sammeln und nachzünden.
    • Nicht in alkoholisiertem Zustand böllern. Denn Alkohol macht unvorsichtig!

    Interviewanfragen (bis zum 20. Dezember) über folgende Kontakte möglich:

    Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V., Geschäftsstelle
    Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
    Tel. 030 340 6036-66, sekretariat[at]dg-h.de

    Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Susanne Herda/Swetlana Meier
    Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
    Tel. 030 340 60 36-06, presse[at]dgou.de