Der Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Harald Müller, Staatsrat Tim Angerer, Pflegedirektor Torsten Weiner und Marilyn Vargas (Prozessbegleitung Integration) (v.l.n.r.)

„Integration mit Perspektive“: Symposium am BG Klinikum Hamburg mit großer Resonanz – auch in der Politik

Der Fachkräftebedarf in der Pflege nimmt zu und die Integration internationaler Pflegekräfte ist entscheidend, um diesen langfristig zu decken. Für eine gute und verlässliche Integrationsarbeit bedarf es guter Ideen, eines konstruktiven Austauschs und Netzwerkarbeit. Deswegen fand am 19. März 2026 in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bereits zum zweiten Mal das Integrationssymposium am BG Klinikum Hamburg statt. Unter dem Titel „Integration mit Perspektive“ tauschten sich über 100 Teilnehmende zu Erfahrungen, Best-Practice-Beispielen und Lösungen für Stolpersteine aus.

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19.03.2026

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Die hohe Zahl der Teilnehmenden, die trotz des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr den Weg ins BG Klinikum Hamburg fanden, zeigte eindrucksvoll, welchen Stellenwert die erfolgreiche Integration internationaler Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen hat. „Integration ist ein zentraler Pfeiler unseres Zusammenlebens und damit der täglichen Arbeit hier bei uns im Klinikum,“ betont auch Dr. Harald Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung des BG Klinikums Hamburg in seinem Grußwort. Dabei bedeute Integration im BG Klinikum weit mehr als organisatorische Abläufe und strukturelle Maßnahmen: „Integration bedeutet Haltung. Es geht darum, wie wir einander begegnen, mit welcher Offenheit, mit welchem Respekt, mit welcher Wertschätzung. Unser Klinikum ist ein Ort der Vielfalt, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft mit verschiedenen Lebensperspektiven und Kulturen Hand in Hand arbeiten,“ fährt Dr. Müller fort. Von den über 2.800 Mitarbeitenden des Hauses sind über 400 internationale Mitarbeitende, die aus mehr als 65 Nationen kommen. Über alle Bereiche hinweg arbeiten die Teams dementsprechend nicht nur interdisziplinär, sondern auch interkulturell intensiv zusammen. „Diese Vielfalt ist eine Stärke, die es zu nutzen gilt,“ so der Vorsitzende der Geschäftsführung. 

Pflegedirektor Torsten Weiner ergänzt in seiner Begrüßung, dass der Fachkräftebedarf nicht nur in der Pflege, sondern in allen Branchen relevanter denn je ist und internationale Fachkräfte immer mehr benötigt werden. „Demnach ist es heute insbesondere so wichtig, dass wir das Thema Integration internationaler Fachkräfte – fachlich, inhaltlich aber auch menschlich – gemeinsam bewegen.“ Das Integrationssymposium ist für das BG Klinikum Hamburg und die BGW ein wichtiger Schritt auf diesem Weg, da es Menschen zusammenbringt, die unterschiedliche Perspektiven einbringen – aus der Praxis, aus der Wissenschaft und aus der Politik.

Integration als politische Aufgabe und gesellschaftliche Haltung

Wie wichtig das Thema Integration auch für die Politik ist, hob Staatsrat Tim Angerer von der Hamburger Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration hervor: „Hamburg ist eine traditionell große Zuwanderinnern- und Zuwandererstadt. Wir haben schon immer Menschen aus aller Welt bei uns willkommen geheißen und aufgenommen.“ Damit Integration gelingt, braucht es aus Sicht des Staatsrats eine offene und neugierige Haltung, die er mit einem Zitat des irischen Dichters W. B. Yeats zusammenfasst: „There are no strangers here, only friends you haven’t yet met“ („Hier gibt es keine Fremden, nur Freunde, die du noch nicht getroffen hast.“). Diese Haltung könne aber nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Dazu gehören Bildung, gutes Wohnen, gute Arbeit und gute, gleiche Bezahlung. In vielen Bereichen liefe es in Hamburg schon gut, betont Tim Angerer, so seien etwa die Kitas in Hamburg für alle kostenfrei. Als Beispiele, wo sich Hamburg auf den Weg macht, die Rahmenbedingungen zu verbessern, nannte der Staatsrat die Kampagne „Das ist Pflege“ sowie die Hamburger Fachkräftestrategie, die beide darauf abzielen, Fachkräfte – auch aus dem Ausland – zu gewinnen, sie zu halten und sie zu unterstützen. Zum Abschluss seiner Rede lobt er das Veranstaltungsformat: „Ich bin froh, dass Sie dieses Forum hier gestalten, die Vielfalt nach vorne stellen und die schwierigen Fragen, die ich nur anreißen konnte, verhandeln.“ Bei einer Fortsetzung des Symposiums käme er gerne wieder. Der Besuch des Staatsrats wurde von den Teilnehmende als politisches Statement, aber auch als wertschätzendes Zeichen wahrgenommen.

Im Anschluss an die Grußworte wurden in zahlreichen Vorträgen, Workshops und Diskussionen zentrale Fragen zum Thema „Integration mit Perspektive erörtert:

  • Wie können Belastungen im Integrationsprozess bewältigt und Potenziale entfaltet werden?
  • Wie kann durch Entwicklung berufliche Perspektive für internationale Fachkräfte geschaffen werden?
  • Wie können vielfältige Perspektiven bereichernd und zukunftsgestaltend genutzt werden?

Den Abschluss des Symposiums bildete die Präsentation und Zusammenfassung der Ergebnisse aus den verschiedenen Workshops, die den Teilnehmenden viele Impulse gaben und konkrete Lösungsansätze für die Praxis im Arbeitsalltag aufzeigten.

Über das Integrationssymposium

Das Integrationssymposium des BG Klinikums Hamburg und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege ist die einzige Veranstaltung dieser Art im Krankenhaussektor. „Zugereiste Pflegekräfte durchlaufen im Integrationsprozess viele unterschiedliche Phasen und stehen dabei – wie auch das Integrationsteam – oft vor großen Herausforderungen. Für eine erfolgreiche und verlässliche Integrationsarbeit bedarf es guter Ideen, eines konstruktiven Austauschs und Netzwerkarbeit,” fasst Torsten Weiner, Pflegedirektor am BG Klinikum Hamburg, die Motivation zusammen, das Symposium ins Leben zu rufen.