Eine Logopädin therapiert einen Patienten.

Mehr als Sprachtherapie: Logopädie im BG Klinikum

Bei der Logopädie denken viele Menschen an eine klassische Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen. In der klinischen Logopädie setzt die Arbeit der Therapeutinnen und Therapeuten jedoch viel früher an. Die Logopädinnen und Logopäden werden idealerweise bereits während oder kurz nach der Intensivbehandlungsphase mit einbezogen.

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07.03.2022 BG Klinikum Hamburg

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Christiane Keppeler

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Tätigkeitsschwerpunkte 

So auch im BG Klinikum Hamburg, dessen logopädisches Team derzeit aus zehn Mitarbeitenden besteht. Im Fokus ihrer Arbeit stehen Patientinnen und Patienten aus dem Neurozentrum, die in Folge einer Hirnblutung, eines Schädel-Hirn-Traumas oder eines Schlaganfalls im Klinikum behandelt werden. Ebenso Patientinnen und Patienten des Querschnittgelähmten-Zentrums sind in der logopädischen Mitbetreuung. Viele von ihnen sind auf eine Beatmung angewiesen, haben eine Trachealkanüle und leiden unter einer Schluckstörung, die zu Problemen beim Schlucken des Speichels sowie der Nahrung führt. Durch die logopädische Therapie muss das Schlucken und im weiteren Verlauf das Essen also neu erlernt oder die Funktion reaktiviert werden. Isabelle von Struensee, Leitung der Logopädie: „Wir behandeln hier am Klinikum ausschließlich stationär. Die Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen gehört ebenfalls zu unserer Arbeit, sie stellt aber in der frühen Phase nicht den Schwerpunkt dar. Da das Ausmaß einer neurogenen Schluckstörung ganz unterschiedlich sein kann, entwickeln wir für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept. Unser übergeordnetes Ziel ist, die größtmögliche Selbstständigkeit und Unabhängigkeit im häuslichen und beruflichen Alltag zu erreichen.“

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Isabelle von Struensee ist seit 2007 im BG Klinikum tätig. Damals wurde gerade die Fachübergreifende Frührehabilitation aufgebaut und die Logopädie bestand aus drei Mitarbeitenden. Frau von Struensee war am Aufbau der Abteilung beteiligt und weiß daher auch um ihre besonderen Stärken: „Es ist nicht in allen Kliniken selbstverständlich, dass Logopädinnen und Logopäden direkt vor Ort sind. Das ist für die ganzheitliche Behandlung und Therapie aber sehr wichtig. Unser Anspruch ist hoch und wir sind aufgrund der Krankheitsbilder unserer Patientinnen und Patienten, die eine engmaschige Behandlung benötigen, sehr spezialisiert.“ Damit die Behandlung erfolgreich sein kann, ist aus Sicht von Frau von Struensee daher vor allem die interdisziplinäre Arbeit wichtig. Nur wenn Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Atmungs-, Physio-, Ergotherapie und Logopädie sich eng austauschen und zusammenarbeiten, kann das bestmögliche Ergebnis für die zu behandelnden Menschen erreicht werden: „Die verschiedenen Berufsgruppen arbeiten Hand in Hand, denn nur so können wir ganz eng am Patienten oder der Patientin dran sein, wichtige Infos austauschen und die erforderlichen Behandlungsschritte einleiten.“

Komplexes Aufgabengebiet

„Die neurologischen Krankheitsbilder sind sehr komplex, daher sollten Logopädinnen und Logopäden ein Interesse daran mitbringen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen“, erklärt Frau von Struensee. Die Arbeit in der Logopädie ist entsprechend anspruchsvoll und bringt viel Verantwortung mit sich. So gilt es mit Unterstützung der logopädischen Therapie das Risiko von Aspirationspneumonien zu reduzieren. Neue Mitarbeitende werden deshalb von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen intensiv eingearbeitet. „Das Trachealkanülenmanagement bspw. ist ein sensibler Bereich, in dem Reflexion und Rückversicherung gerade zu Beginn sehr wichtig sind“, so Frau von Struensee. Entsprechende interne Schulungen für alle Mitarbeitende des Hauses führen Logopäden gemeinsam mit Atmungstherapeuten des Klinikums durch. Aber auch externe Fortbildungen sind für die fachliche Qualifizierung wichtig. Zwei Therapeutinnen aus der Logopädie erwarben erst kürzlich eine Zusatzqualifikation im Bereich der apparativen Diagnostik, der sog. Schluckendoskopie. Diese befähigt sie zur Durchführung einer endoskopischen Evaluation des Schluckakts (FEES), wodurch die vorhandene Störung detailliert erfasst werden kann. Bis vor kurzem war dies noch eine rein ärztliche Tätigkeit.

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