Sommer, Sonne, Grillunfall? Tipps für sicheres Grillen

Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen: Bei bestem Wetter feiert die Grillsaison in den Sommerferien ihren Höhepunkt. Für so manchen endet das gesellige Beisammensein mit Verbrennungen: Rund 4.000 Menschen verunfallen bundesweit pro Jahr beim Grillen, schätzen Fachgesellschaften. Worauf zu achten ist und wie man bei Grillunfällen richtig reagiert, erklärt Prof. Dr. Susanne Rein, Chefärztin der Abteilung für Hand-, Plastische- und Mikrochirurgie sowie des Zentrums für Schwerbrandverletzte am BG Klinikum Hamburg.

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02.07.2026

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„Leichtsinn, Unvorsichtigkeit oder unsachgemäßer Umgang sind der Grund für die meisten Grillunfälle“, fasst Prof. Dr. Rein zusammen. Zu den häufigsten Ursachen zählt unter anderem der Versuch, Grillkohle mithilfe von Spiritus oder Benzin zu entzünden oder anzuheizen, was zu Stichflammen und Verpuffungen führt. Auch spritzendes Fett, lockere Kleidung und Funkenflug durch ungünstigen Wind in Verbindung mit einem zu geringen Sicherheitsabstand sind eine Gefahrenquelle. Ebenso zählen instabile oder umgekippte Grills zu den häufigsten Gründen. „Außerdem gehören für viele zum Grillen Bier, Wein oder andere alkoholische Getränke dazu. Der Alkoholeinfluss mindert das Risikobewusstsein und kann zu gefährlichen Fehlentscheidungen führen“, so die Chefärztin. 

Sicher grillen: Tipps aus dem Brandverletztenzentrum des BG Klinikums Hamburg

Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich das Grillvergnügen entspannt und sicher genießen:

  • Keine Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin als Anzünder nutzen. Besser sind feste Grillanzünder oder ein Anzündkamin.
  • Grill nur im Freien nutzen. In geschlossenen Räumen gibt es eine größere Brandgefahr und es droht Lebensgefahr durch eine Kohlenmonoxidvergiftung.
  • Sicherheitsabstand einhalten: Grill immer mindestens zwei bis drei Meter von brennbaren Materialien entfernt aufstellen.
  • Grill niemals unbeaufsichtigt lassen. Schon kleine Fettbrände oder Funken können gefährliche Situationen auslösen.
  • Kinder konsequent vom Grill fernhalten.
  • Gasflaschen oder Kartuschen nach der Nutzung entsorgen.
  • Löschmittel bereithalten. Dazu eignen sich ein Eimer Wasser oder Sand, ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke.

Erste Hilfe bei Verbrennungen

„Bei Verbrennungen gilt: Ruhe bewahren und zügig handeln“, so Prof. Dr. Rein. Kleine Verbrennungen, die maximal handflächengroß sind, sollten kurz – höchstens zehn bis 15 Minuten – mit handwarmem Wasser gekühlt werden. Kleidung, die nicht an der Haut klebt, kann vorsichtig entfernt werden. Schmuck, wie Ringe, sollte immer sofort abgenommen werden. Nach dem Kühlen ist die Wunde steril oder sauber abzudecken. „Ganz wichtig: Keine Hausmittel verwenden. Geben Sie niemals Mehl, Öl oder Zahnpasta auf eine Verbrennung“, rät die Medizinerin eindringlich.

Während kleine Verbrennungen meist gut zu Hause behandelt werden können, sollte in nachfolgenden Fällen ärztlicher Rat eingeholt werden: „Bei größeren Verbrennungen, Verbrennungen im Gesicht, an den Händen, Füßen oder im Genitalbereich sowie bei starken Schmerzen, Blasenbildung und Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ist medizinische Hilfe notwendig. Auch wer Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Eiter oder Rötungen hat, sollte dies ärztlich abklären“, ordnet Prof. Dr. Rein ein. Bei Kindern mit größeren Verbrennungen sollte der Rettungsdienst alarmiert werden. 

Der Notarzt sollte bei besonders schweren, sprich großflächigen oder tiefen, Verbrennungen gerufen werden. Dies gilt auch, wenn die betroffene Person bewusstlos ist, Atemnot hat oder die Kleidung brennt. Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollten Ersthelfende die betroffene Person zunächst aus der Gefahrenzone bringen. Im zweiten Schritt gilt es, Schutz durch eine saubere Decke oder sterile Tücher bereitzustellen. „Außerdem muss die Person warmgehalten werden. Durch großflächige Verbrennungen ist die Wärmeregulation des Körpers gestört und es droht eine Unterkühlung“, erklärt Prof. Dr. Rein. Entsprechend sollten großflächige Verbrennungen nicht gekühlt werden. „Und ganz wichtig: Beruhigen und betreuen Sie die Person während der gesamten Zeit“, ergänzt die Expertin.