
Endlich wieder zupacken können
Winzige Verletzung mit dramatischen Folgen

Patient Mike Pietrusiak mit Prof. Dr. Marcus Lehnhardt, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie (links) und Dr. Yann Marc Fülling, Chefarzt der Abteilung für BG Rehabilitation. Bildnachweis: Bergmannsheil
Zehn Operationen, umfangreiche Reha-Maßnahmen
Insgesamt zehnmal wurde Mike Pietrusiak operiert. Doch die Behandlung endete nicht im OP‑Saal. Deutlich mehr Zeit verbrachte er im Reha-Zentrum des Bergmannsheils. Über viele Monate trainierte Pietrusiak Muskelaufbau, Beweglichkeit, Koordination und Feinmotorik, um mit seinem „neuen Arm“ wieder möglichst eigenständig Beruf und Privatleben meistern zu können. Denn eines war für den Familienvater immer klar: „Ich will wieder arbeiten – und zwar in meinem alten Job!“. Ein wirklich großes Ziel: Durch die OP hatte er zwar einen Teil seiner Greiffunktion in der linken Hand zurückgewonnen. Eine richtige Faust machen kann er aber nicht, da ein Teil des Daumens fehlt.
„Ein solches Schicksal stellt auch für uns als Rehabilitationsmediziner und Therapeuten eine Herausforderung dar“, sagt Dr. Yann Marc Fülling, Chefarzt der Abteilung für BG Rehabilitation im Bergmannsheil. „Das Erfolgskonzept ist hier eine passgenaue Therapieplanung, die sehr engmaschig im Austausch von Patient, Reha-Management und Behandlungsteam koordiniert wird – und je nach Heilungsverlauf nachjustiert wird.“ Pietrusiaks Verletzung war ein Arbeitsunfall, die Kosten für seine Behandlung trägt daher die gesetzliche Unfallversicherung. In diesem Fall: Die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr).
Akut- und Reha-Medizin unter einem Dach
Mit speziellen Rehabilitationsprogrammen wurde Pietrusiak wieder fit gemacht und zugleich seine Rückkehr an den Arbeitsplatz vorbereitet. In dieser Zeit verblieb er im Bergmannsheil in stationärer Betreuung – ein sehr großer Vorteil, weil im Heilungsverlauf korrigierende Operationen vorgenommen werden mussten. „Als BG Klinik gewährleisten wir eine hoch spezialisierte Akutversorgung und intensive Rehabilitation unter einem Dach – so können wir schnell intervenieren, wenn im Reha-Verlauf noch einmal operativ nachgesteuert werden muss“, sagt Prof. Lehnhardt.
Nach erfolgreichen Wiedereingliederungsmaßnahmen war es dann so weit: Im September 2025 kehrte Mike Pietrusiak in seinen Job zurück – 14 Monate nach seiner Verletzung. Mittlerweile ist er wieder voll im Einsatz. Natürlich: Die Narben bleiben, die Hand und der Unterarm sind gezeichnet von den vielen Operationen. Doch Pietrusiak ist glücklich: „Ich bin dankbar, dass mir mein Leben und der Arm geblieben sind – und ich meinen kleinen Jungen wieder halten kann – das bedeutet mir alles.“
