Hightech fürs Handgelenk

Bergmannsheil implantiert zum 100. Mal innovative Handgelenksprothese

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16.01.2026

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Robin Jopp

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Starker Verschleiß oder schwere Verletzungen des Handgelenks ziehen oft langjährige Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach sich. Diese beeinträchtigen die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von Betroffenen erheblich. Wenn alle anderen Therapien ausgeschöpft sind, kann der Ersatz des Handgelenks durch eine Prothese Abhilfe schaffen. Die Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil (Direktor: Prof. Dr. Marcus Lehnhardt) hat jetzt den 100. Patienten mit diesem innovativen Verfahren behandelt. Damit zählt sie in Deutschland zu den Vorreitern dieser Prozedur.

Gelenkverschleiß, rheumatische Erkrankungen oder Unfälle: Die Ursachen für Handgelenksschmerzen und Funktionsstörungen sind vielfältig. Selbst einfache Tätigkeiten wie das Greifen, Drehen oder Abstützen werden zur Belastungsprobe. Viele Patientinnen und Patienten durchlaufen eine lange Leidensgeschichte, bevor eine nachhaltige Lösung gefunden wird. Die moderne Handgelenksendoprothetik bietet einen vielversprechenden Ansatz: Das Implantat ersetzt das defekte oder erkrankte Gelenk vollständig und übernimmt dessen Bewegungsfunktion. 

Die Prothesen bestehen aus hochwertigen, biokompatiblen Materialien wie Titanlegierungen und kohlefaserverstärkten Spezialkunststoffen (Polyether-Ether-Keton), die eine stabile Verankerung im Knochen ermöglichen und gleichzeitig eine annähernd natürliche Gelenkbewegung nachbilden. Der operative Eingriff dauert in der Regel rund 1,5 Stunden. Zwei Wochen nach der Operation beginnt eine gezielte physiotherapeutische Nachbehandlung, die darauf abzielt, Beweglichkeit, Kraft und Koordination schrittweise wiederherzustellen. Patientinnen und Patienten erreichen im weiteren Verlauf im Regelfall wieder ca. zwei Drittel der Kraft und Beweglichkeit der gesunden Gegenseite.

„Bei fortgeschrittenen Erkrankungen des Handgelenks galt lange Zeit die Versteifung als Standardtherapie“, erklärt Dr. Patrick Harenberg, Oberarzt der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie. „Die Versteifung beseitigt zwar zuverlässig Schmerzen, nimmt dem Handgelenk jedoch dauerhaft seine Beweglichkeit. Eine Prothese erlaubt es, Schmerzen zu reduzieren und gleichzeitig einen funktionellen Bewegungsumfang zu erhalten.“

100. Patient plant baldige Rückkehr in den Beruf

Wie groß dieser Unterschied sein kann, zeigt der aktuelle Fall besonders eindrücklich. Der Patient litt über Jahre hinweg unter massiven Schmerzen und zunehmender Bewegungseinschränkung. Konservative Behandlungsversuche brachten nur kurzfristige Linderung. Die fortschreitende Arthrose behinderte ihn selbst bei alltäglichen Handgriffen. Nach der Implantation der Handgelenksprothese hat sich sein Zustand deutlich verbessert. Das Gelenk ist bereits wieder sehr gut belastbar, die Beweglichkeit stabil, und der Patient plant, in Kürze wieder in seinen Beruf zurückzukehren. „Unsere Patientinnen und Patienten haben bisher sehr gute Erfahrungen mit ihrer Handgelenksprothese gemacht“, erklärt Dr. Harenberg. Er ist zuversichtlich, dass sich das Verfahren auch in Zukunft weiter durchsetzen wird.

Bild oben: Dr. Patrick Harenberg führt mit dem Patienten eine Kraftmessung an der operierten Hand durch. Bildnachweis: Bergmannsheil

 

Eine solche Handgelenksendoprothese wurde jetzt im Bergmannsheil zum 100. Mal implantiert. Bildnachweis: Bergmannsheil

Eine solche Handgelenksendoprothese wurde jetzt im Bergmannsheil zum 100. Mal implantiert. Bildnachweis: Bergmannsheil