Die Mitarbeitenden trainieren, den Patienten-Dummy mit einem Schlauch über die Luftröhre zu beatmen. Bildnachweis: BG Universitätsklinikum Bergmannsheil
Die Mitarbeitenden trainieren, den Patienten-Dummy mit einem Schlauch über die Luftröhre zu beatmen. Bildnachweis: BG Universitätsklinikum Bergmannsheil

Training für den Ernstfall

Interdisziplinäres Schockraumtraining im Bergmannsheil

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30.03.2023 BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum

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Robin Jopp

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Im BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum hat ein interdisziplinäres Schockraumtraining für Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte aus den Bereichen der Anästhesie und Unfallchirurgie stattgefunden. Dabei übten mehrere Gruppen in sechs Durchläufen verschiedene Szenarien an einer High-Tech-Simulationspuppe im sogenannten Skills Lab, einer speziell eingerichteten Trainingseinrichtung im Bergmannsheil. „Wenn Menschen in akut lebensbedrohlichen Situationen im Schockraum versorgt werden müssen, muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Prof. Dr. Thomas Schildhauer, Direktor der Chirurgischen Universitäts- und Poliklinik im Bergmannsheil. „Das interdisziplinäre Zusammenspiel aller beteiligten Professionen ist unerlässlich. Im Bergmannsheil können wir solche Behandlungssituationen unter absolut realitätsnahen Bedingungen simulieren und gezielt die notwendigen Handlungsabläufe trainieren.“

Nahezu jedes Szenario möglich

Die Simulationspuppe, die für die Trainingseinheiten genutzt wird, kann auf Knopfdruck so gut wie alles: weinen, sprechen, blinzeln, in Schweiß ausbrechen, hohen Blutdruck oder Puls haben. An der Puppe können EKG, Beatmungsgeräte und Monitoring angeschlossen sowie Medikamente verabreicht werden. „Mit der Simulator-Puppe und dem Kontrollraum sind wir bestens ausgerüstet, sodass die Kolleginnen und Kollegen hier quasi „im Trockenen“ einmal üben können, wie es im richtigen Schockraum dann tatsächlich abläuft“, berichtet Matthias Niemeier, Oberarzt der Chirurgischen Universitäts- und Poliklinik. „Bei diesen Trainingseinheiten üben Teams zusammen, die so in der Konstellation auch im echten Schockraum zusammenarbeiten würden.“

Voraussetzung für Trauma-Zertifizierung

Das Besondere an diesem Training ist die Konstellation der Personen – sowohl Ärztinnen und Ärzte der Anästhesie und Unfallchirurgie als auch Personal aus der Anästhesiepflege meistern gemeinsam die Simulationen. Währenddessen sitzen Matthias Niemeier und sein Kollege aus der Anästhesie, Assistenzarzt Hendrik Burr, im Kontrollraum und lassen die High-Tech-Puppe je nach Behandlung der Teams entsprechend reagieren. „Es ist auch für uns sehr spannend, die Kolleginnen und Kollegen in so stressigen Situationen zu sehen und aus dem Off zu begleiten“, sagt Hendrik Burr. „Man lernt ja schließlich nie aus. Mit unseren Skills Labs sind wir in der Lage, das medizinische Personal besser auf Notfall-Traumata zu schulen.“ Auch das Bergmannsheil stellt mit den Schulungen seine Zertifizierung als überregionales Trauma-Zentrum sicher.

Training wird nun jedes Quartal angeboten

Das Schockraumtraining wird vom ärztlichen und pflegerischen Personal sehr gut angenommen. „Auch, wenn die Situationen an der Puppe nur simuliert sind, merkt man den Kolleginnen und Kollegen an, dass sie das sehr ernst nehmen“, betont Prof. Schildhauer. „Und der Lerneffekt solcher Übungsszenarien ist immens. Wir haben deshalb geplant, die Trainingseinheiten quartalsweise fortzuführen.“

Bild: Die Mitarbeitenden trainieren, den Patienten-Dummy mit einem Schlauch über die Luftröhre zu beatmen. Bildnachweis: BG Universitätsklinikum Bergmannsheil