PD Dr. Dr. Bernhard Baier

Neuer Chefarzt der Klinik für Querschnittverletzte

PD Dr. Dr. Bernhard Baier ist seit dem 1. Oktober 2026 Chefarzt der Klinik für Querschnittverletzte und Leiter des Zentrums für Querschnittgelähmte der BG Klinik Ludwigshafen. Er folgt auf PD Dr. Bahram Biglari, der den Fachbereich bislang leitete und Ende Juli 2026 nach 23 Jahren an der BG Klinik Ludwigshafen in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Infos zur Pressemitteilung

22.10.2026

Pressekontakt

Ute Kühnlein

Leitung Unternehmenskommunikation
0621 6810-8507 ute.kuehnlein[at]bgu-ludwigshafen.de

Ganzheitliche Versorgung und berufliche Teilhabe im Fokus

Mit PD Dr. Dr. Bernhard Baier gewinnt die BG Klinik Ludwigshafen einen erfahrenen Neurologen mit langjähriger klinischer, sozialmedizinischer und wissenschaftlicher Expertise sowie Führungserfahrung, insbesondere aus der neurologischen Rehabilitation. In seiner neuen Funktion – als Arzt und Psychologe – möchte er die spezialisierte Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung weiterentwickeln, die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken und die wissenschaftliche und klinische Kooperation mit dem Universitätsklinikum Heidelberg ausbauen. Im Mittelpunkt steht dabei der Auftrag der BG Kliniken. Dieser besteht darin, Menschen nach Arbeits- und Wegeunfällen mit allen geeigneten Mitteln zu versorgen. 

„Meine Motivation ist es, Menschen mit einer Querschnittlähmung medizinisch nach aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu versorgen – in einem exzellenten Umfeld und gemeinsam mit einem interdisziplinären Team“, erklärt PD Dr. Dr. Baier.

Neurologische Expertise und Erfahrung in der Rehabilitation

Zu seinen bisherigen Schwerpunkten gehören neben der allgemeinen Neurologie, die Behandlung von Spastik mit Botulinumtoxin sowie neuropsychologische Fragestellungen. Sein wissenschaftlicher Fokus lag bisher insbesondere im Bereich der vaskulären ZNS-Läsionen. Darüber hinaus war er als Leiter einer neurologischen Rehabilitationsklinik tätig und bringt umfassende Kompetenz in der Führung interdisziplinärer Teams mit. Diese Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage, um die Versorgung in der Klinik für Querschnittverletzte fachlich und strukturell weiterzuentwickeln.

Ganzheitliche Rehabilitation und Teilhabe im Mittelpunkt

Eine Querschnittlähmung verändert das Leben der Betroffenen häufig grundlegend. Neben körperlichen Einschränkungen und möglichen medizinischen Komplikationen stellen sich Fragen nach Selbstständigkeit, Lebensqualität und der beruflichen wie gesellschaftlichen Zukunft. Auch die psychische Situation und die Gestaltung des Alltags spielen dabei eine wesentliche Rolle. Für PD Dr. Dr. Baier geht eine erfolgreiche Behandlung deshalb weit über die medizinische Versorgung hinaus.

„Mir ist wichtig, den Menschen mit Querschnittlähmung als Ganzes zu sehen“, betont er.

Dieser Ansatz entspricht dem umfassenden Rehabilitationsauftrag der gesetzlichen Unfallversicherung. Ziel ist es, die individuellen Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten zu erhalten und gezielt zu fördern, größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen und ihre berufliche und soziale Teilhabe nachhaltig zu unterstützen. Dafür gilt es, vorhandene Potenziale zu erkennen, individuelle Perspektiven zu entwickeln und die Behandlung konsequent an den jeweiligen Bedürfnissen und Möglichkeiten auszurichten. Eine hochwertige medizinische Versorgung bildet dafür die Grundlage. Entscheidend ist, frühzeitig gemeinsam mit den Betroffenen Wege zurück in den Alltag und – wo immer möglich – in das Berufsleben zu eröffnen.

Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen sowie eines kontinuierlichen Austauschs mit den Unfallversicherungsträgern. Pflege, ärztlicher Dienst, Therapie, Psychologie und Sozialdienst bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein, um die Patientinnen und Patienten individuell und ganzheitlich zu begleiten. Insbesondere der Pflege kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Gemeinsam mit den Unfallversicherungsträgern gilt es, die Versorgungsstrukturen und Rehabilitationsprozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln und so eine bestmögliche Unterstützung der Betroffenen sicherzustellen. „Gute Querschnittmedizin ist Teamarbeit von Anfang an“, fasst PD Dr. Dr. Baier seinen Behandlungsansatz zusammen.

Versorgungsangebote gezielt weiterentwickeln

Für die kommenden Jahre hat sich PD Dr. Dr. Baier mehrere Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehören der Ausbau der neuro-urologischen Kompetenz, die Weiterentwicklung ambulanter Versorgungs- und Nachsorgeangebote sowie die Etablierung zielgerichteter Rehabilitationskonzepte. Auch die Beteiligung an wissenschaftlichen Patientenregistern wie ParaReg und EMSCI soll weiterentwickelt werden, um die wissenschaftliche Begleitung der Versorgung zu stärken.

Zugleich gilt es, auf veränderte Anforderungen in der Versorgung zu reagieren. Dazu zählt unter anderem die zunehmende Zahl älterer Menschen mit Querschnittlähmung, bei denen häufig weitere altersbedingte Erkrankungen berücksichtigt werden müssen. Individuell abgestimmte Behandlungs- und Rehabilitationskonzepte sollen den unterschiedlichen medizinischen Voraussetzungen und persönlichen Bedürfnissen gerecht werden.

Eine besondere Stärke der BG Klinik Ludwigshafen ist dabei das interdisziplinäre Versorgungsangebot. Fachbereiche wie Unfallchirurgie, Handchirurgie und plastische Chirurgie arbeiten mit spezialisierten Pflegekräften und therapeutischen Berufsgruppen zusammen. Diese enge fachübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht es, auch komplexe Behandlungsbedarfe zu berücksichtigen. Hervorzuheben ist zudem die besondere Expertise des Teams bei der Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung und Dekubitus (Druckgeschwüren), die im südwestdeutschen Raum einen wichtigen Versorgungsbeitrag leistet.

Neben Menschen mit traumatisch bedingter Querschnittlähmung sollen auch Patientinnen und Patienten mit nicht traumatisch verursachten Querschnittsymptomen stärker in den Blick genommen werden. Dazu zählen beispielsweise neurologische Folgen entzündlicher Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Multiple Sklerose, Tumorerkrankungen oder spinale Gefäßerkrankungen.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Neben der medizinischen Weiterentwicklung legt PD Dr. Dr. Baier großen Wert auf eine wertschätzende Zusammenarbeit. In seiner ersten Zeit möchte er die bestehenden Strukturen und Abläufe kennenlernen, den Austausch mit den Mitarbeitenden suchen und gemeinsam mögliche Entwicklungspotenziale identifizieren. Dabei zeigt er sich beeindruckt vom Engagement und der fachlichen Kompetenz des bestehenden Teams. Für ihn bilden gegenseitiger Respekt, die Bereitschaft, voneinander zu lernen, und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe wesentliche Voraussetzungen für eine menschliche und qualitativ hochwertige Versorgung. Die unterschiedlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden sollen dabei gezielt zusammenwirken, um auch komplexen Anforderungen gerecht zu werden.