Das Team des Orthoplastischen Kompetenzzentrums (v.l.): Prof. Dr. Ulrich Kneser, Dr. Benjamin Thomas, Dr. Jan von Recum, Dr. Gregor Reiter. Außerdem dabei: Dr. Benedict Swartman

Zukunftsweisender Versorgungs­standard für Schwerstverletzte

Die BG Klinik Ludwigshafen gehört als eine von sechs Pilotkliniken bundesweit zu den ersten zertifizierten Orthoplastischen Kompetenzzentren (OPZ) und setzt damit einen neuen Qualitätsstandard für die Versorgung schwerer Extremitätenverletzungen um.

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31.07.2026

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Die Zentren stellen die strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie bei der Versorgung von Patienten mit schweren Verletzungen der Extremitäten in den Fokus. 

Fachübergreifende Herangehensweise

Hinter dem neuen Zertifizierungsverfahren stehen die Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRÄC) sowie die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Ziel ist es, mit der Zertifizierung einen nationalen Standard für die interdisziplinäre Versorgung von Menschen nach schweren Trauma-Verletzungen zu etablieren und damit die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Kernelement ist die fachübergreifende Behandlung durch Unfallchirurgen und Plastische Chirurgen zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt. 

Prof. Dr. Ulrich Kneser, Vizepräsident der DGPRÄC und Direktor der Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der BG Klinik Ludwigshafen, ist seit fast 30 Jahren in der mikrochirurgischen Forschung tätig und sieht im klinischen Alltag die Vorteile einer gemeinsamen Herangehensweise: „Bei schweren Trauma-Verletzungen sind neben Knochen immer auch Weichteile wie Haut, Muskeln, Nerven oder Blutgefäße betroffen. Ein optimales Behandlungsergebnis hängt bei solchen komplexen Verletzungen entscheidend davon ab, dass die beteiligten Fachbereiche, die Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, von Beginn an gemeinsam behandeln.“ Die frühzeitige interdisziplinäre Herangehensweise könne zu einer deutlichen Steigerung der Behandlungsqualität beitragen und den Patientinnen und Patienten eine ganzheitliche Betreuung aus einer Hand bieten, so Prof. Kneser. Ziel sei es, die Funktion der verletzten Extremität so weit wie möglich wieder herzustellen und zugleich Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag weitgehend zu minimieren. 

Nationaler Standard sichert Versorgungsqualität

Die Orthoplastischen Kompetenzzentren satteln auf die Traumanetzwerke der DGU auf. Diese deutschlandweit etablierten Netzwerke strukturieren auf regionaler Ebene die Schwerstverletzenversorgung durch eine zertifizierte Zusammenarbeit geprüfter Krankenhäuser unterschiedlicher Versorgungsstufen einer Region. Wesentliche Voraussetzung für eine Zertifizierung als Orthoplastisches Kompetenzzentrum ist daher die Anerkennung eines Standortes als überregionales TraumaZentrum in einem TraumaNetzwerk. Zudem muss die orthoplastische Notfallversorgung rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche sichergestellt sein. Das bewerbende Haus muss zudem eine mikrochirurgische Expertise nachweisen und eine strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit etabliert haben. 

Die Standards sichern eine hohe Versorgungsqualität für schwerverletzte Patientinnen und Patienten, die künftig gezielt in die OPZ gesteuert werden sollen. Langfristig soll in jedem TraumaNetzwerk deutschlandweit mindestens ein Orthoplastisches Kompetenzzentrum etabliert werden. 

Gelebte interdisziplinäre Struktur 

In der nun anstehenden Pilotphase unterziehen die sechs teilnehmenden Pilotzentren das geplante Zertifizierungsverfahren einem Realitätscheck im klinischen Alltag. Dass die BG Klinik Ludwigshafen als Pilotzentrum zertifiziert wurde, freut den Direktor der Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der BG Klinik Ludwigshafen, Prof. Dr. Ulrich Kneser, ganz besonders. Als Vizepräsident der DGPRÄC hat er die Entwicklung in den letzten Jahren maßgeblich vorangetrieben. An der Ludwigshafener Unfallklinik ist die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit bei der Versorgung schwerer Extremitätenverletzungen zudem schon seit vielen Jahren gelebte Praxis. Die Zertifizierung als Pilotklinik stellt dieses Engagement nun auf eine strukturierte Basis. Gemeinsam mit Dr. Jan von Recum, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, leitet Prof. Dr. Ulrich Kneser das Zentrum. Die Koordinatoren Dr. Benedict Swartman und Dr. Benjamin Thomas zeichnen für die operative Umsetzung verantwortlich.