Röntgenbild mit Frakturnachweis (Bruch des rechten Schlüsselbeins)

BG Klinikum Duisburg setzt auf künstliche Intelligenz

Neue Software detektiert Knochenbrüche

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14.04.2023 BG Kliniken

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Dieter Lohmann

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Das Thema künstliche Intelligenz (KI) ist zurzeit in aller Munde. Auch das BG Klinikum Duisburg setzt jetzt verstärkt auf diese innovative und zukunftsweisende Technologie – zum Beispiel in der Notaufnahme. Seit kurzem wird dort bei der Behandlung von Unfallopfern eine neue, „smarte“ Software verwendet, die Knochenbrüche schnell und sicher aufspüren kann.

„Wir versorgen im BG Klinikum oft Menschen nach Unfällen und bringen sie Schritt für Schritt zurück in Beruf und Alltag – mit allen geeigneten Mitteln. KI gehört bei uns längst dazu“, erzählt Dr. med. Niels Erasmus Krahn, Leitender Arzt im Zentrum für Notfallmedizin / Zentralambulanz der Unfallklinik. Mit dem neuen Tool beispielsweise wird jedes konventionelle Röntgenbild automatisch eingehend gescannt. Das Ergebnis landet dann umgehend auf dem Bildschirm der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes.

Quantensprung bei der Frakturerkennung

Doch die KI kann noch viel mehr. So markiert die Software im Röntgenbild auch präzise die Lage und das Ausmaß des Bruches. „Dies trägt alles dazu bei, die Genauigkeit unserer Diagnostik weiter zu erhöhen“, erklärt Prof. Dr. med. Patric Kröpil, Chefarzt in der Klinik für Radiologie. Er arbeitet tagtäglich mit den (Unfall-)Chirurgen in der Notaufnahme Hand in Hand zusammen.

Das ohnehin routinemäßige Sechs-Augen-Prinzip bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten – Assistenzärztin/-arzt, Oberärztin/-arzt und Radiologe – wird durch die KI noch um ein „künstliches Auge“ erweitert. „Dadurch können wir die Gefahr minimieren, Knochenbrüche zu übersehen“, meint Kröpil.

Mensch und KI spielen Doppelpass

Macht die KI also in Zukunft vielleicht einen Teil der Medizinerinnen und Mediziner im BG Klinikum entbehrlich? „Auf keinen Fall“, sagt Krahn entschieden. Denn das pure Softwareresultat ist für sich allein nicht aussagekräftig genug und muss interpretiert werden. Was heißt das genau? „Das Tool hat kleine Schwächen“, verrät Krahn. So kann es beispielsweise nicht zwischen frischen und bereits älteren Brüchen unterscheiden.

Um eine sachgerechte Diagnose zu stellen, die auch die Krankengeschichte und den Unfallmechanismus der Patientin/des Patienten berücksichtigt, ist auf jeden Fall wieder die zuständige Ärztin/der zuständige Arzt in der Notaufnahme gefragt. Nur mit ihrer/seiner Expertise kann entschieden werden, ob eine Frakturversorgung nötig ist.

Positives Fazit zur KI

Das Fazit der Spezialisten aus der Unfallklinik zur KI fällt dennoch positiv aus. „Wir haben jetzt ein Instrument zur Hand, das unsere tägliche Arbeit unterstützt und insbesondere die Patientensicherheit weiter verbessert“, meint Kröpil. Die Software könne darüber hinaus hervorragend bei der Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte im BG Klinikum Duisburg eingesetzt werden.