Oft führt der Kopfsprung in den See für immer in den Rollstuhl. Foto: BGU Murnau

Wie ein Kopfsprung ein Leben verändern kann

BG Unfallklinik Murnau warnt vor schweren Rückenmarkverletzungen in der Badesaison

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24.07.2026

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Delia Reich

Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
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Für viele Menschen beginnt mit den Sommerferien die Zeit der Badeseen. Für die Teams im Zentrum für Rückenmarkverletzte der BG Unfallklinik Murnau bedeutet die Badesaison jedoch jedes Jahr, immer wieder junge Menschen zu behandeln, die sich bei einem Kopfsprung in ein Gewässer schwere Rückenmarkverletzungen zugezogen haben.

„Leider erleben wir jeden Sommer mehrmals, dass ein unbeschwerter Badetag für junge Menschen zum Wendepunkt ihres Lebens wurde“, sagt die Ärztliche Direktorin Dr. Doris Maier. „Was mich besonders betroffen macht: Jeder einzelne dieser Schicksalsschläge wäre vermeidbar gewesen.“ Als überregionales Zentrum für Rückenmarkverletzte begleitet die BGU Murnau Querschnittverletzte von der Akutversorgung über die Rehabilitation bis zur Wiedereingliederung in den Alltag. „Wir wissen, wie viel medizinische, therapeutische und menschliche Unterstützung nach einer solchen Verletzung notwendig ist“, sagt Dr. Doris Maier. „Deshalb möchten wir vor allem junge Menschen erreichen, bevor überhaupt etwas passiert.“

Junge Menschen besonders betroffen

Denn es trifft besonders häufig Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren. Schätzungen zufolge erleiden in Deutschland jedes Jahr rund 80 Menschen nach einem Kopfsprung in ein Gewässer eine Querschnittlähmung. Ursache ist meist der Aufprall des Kopfes auf den Gewässergrund oder auf ein Hindernis unter der Wasseroberfläche. Die dabei entstehenden Kräfte können die Halswirbelsäule so schwer verletzen, dass das Rückenmark dauerhaft geschädigt wird.

Die Folgen reichen von Lähmungen der Arme und Beine bis hin zu Einschränkungen der Atmung und anderer lebenswichtiger Körperfunktionen. Für die meisten Betroffenen bedeutet das, den Rest ihres Lebens auf Unterstützung im Alltag angewiesen zu sein. 

Einfache Regel, große Wirkung

Für Dr. Doris Maier, die das Zentrum für Rückenmarkverletzte viele Jahre geleitet hat, ist die Zentrale Botschaft eigentlich sehr einfach: „Ein Kopfsprung ist am See, im Meer oder am Hotelpool fehl am Platz. Er sollte ausschließlich in dafür vorgesehene Schwimmbecken erfolgen. Denn Sie können in einem natürlichen Gewässer die Wassertiefe nicht sicher einschätzen – selbst an vermeintlich bekannten Badestellen.“ 

BG Unfallklinik Murnau setzt sich für Prävention ein

Die BG Unfallklinik Murnau unterstützt daher die Aktion „Tiefenwissen“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die über die Risiken von Kopfsprüngen in unbekannte oder zu flache Gewässer aufklärt. Darüber hinaus bietet die BGU Murnau Schulen im Landkreis Unterstützung bei der an. Interessierte Lehrkräfte können sich an die Pressestelle der Unfallklinik wenden: presse[at]bgu-murnau.de