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Interview mit Lukas Hollenbach aus dem Flex-Team

„Bevor man der Pflege den Rücken zukehrt, lohnt sich ein Blick ins Flex-Team.“

  • Was hat dich damals motiviert, ins Flex-Team zu wechseln?

Der Wechsel war tatsächlich eine spontane Entscheidung nach einem besonders stressigen Arbeitstag. Ich hatte das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung ist, und war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung. Heute gehe ich deutlich offener in meinen Arbeitsalltag, weil jeder Tag anders ist. Ich weiß nie ganz genau, was mich erwartet, und genau das macht den Reiz aus.


  • Wie läuft ein typischer Arbeitstag bei dir ab?

Das hängt natürlich immer von der jeweiligen Station ab. Für uns im Flex-Team beginnt der Tag aber oft schon mit der Frage: Welche Dienstkleidung brauche ich heute? Das richtet sich nach dem Einsatzort. Auf der Station stelle ich mich zunächst kurz vor, nehme an der Übergabe teil und bekomme meinen Arbeitsbereich zugeteilt. Danach läuft der Dienst im Grunde wie auf jeder anderen Station. Wenn man neu auf einer Station ist, gehört es selbstverständlich dazu, zwischendurch nachzufragen. 

  • Wie erfährst du, auf welcher Station du eingesetzt wirst?

In der Regel erfolgt die Information spätestens einen Tag vorher per E-Mail oder telefonisch. Manchmal arbeitet man auch mehrere Tage hintereinander auf derselben Station. Die Einsatzplanung wird immer mit dem Flexbüro abgestimmt, dabei wird vorher nachgefragt, ob das für in Ordnung ist.

  • Was macht die Arbeit im Flex-Team anders als die Arbeit in einem festen Stationsteam?

Man beschäftigt sich viel stärker mit den unterschiedlichen Arbeitsweisen der Stationen. Man fragt sich: Was ist hier wichtig? Welche Abläufe gibt es? Worauf sollte ich achten?

Gleichzeitig bringt man auch eigene Erfahrungen ein. Das Schöne ist, dass man durch den Einsatz in verschiedene Fachbereiche seine Fachkompetenzen entwickelt. Die eigentliche pflegerische Arbeit bleibt jedoch dieselbe.


  • Was ist die größte Herausforderung, wenn man immer wieder auf neuen Stationen arbeitet?

Wichtig sind vor allem Offenheit und Kommunikationsfähigkeit. Man muss bereit sein, auf Menschen zuzugehen, über den eigenen Schatten zu springen und auch einmal viele Fragen zu stellen. Wer offen kommuniziert, findet sich meist schnell zurecht.

  • Gab es Situationen, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Mit der ersten Einsatzstation war mir klar…der Wechsel war richtig - meine persönliche Reha-Maßnahme. Neue Bereiche kennenzulernen und andere Abläufe zu erleben, war für mich sehr bereichernd. Damals hatte ich das erste Mal das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


  • Was gefällt dir persönlich am meisten an der Arbeit im Flex-Team?

Ich finde es spannend, immer wieder neue Dinge kennenzulernen. Man beschäftigt sich aktiv mit unterschiedlichen Arbeitsweisen und erweitert ständig seinen Horizont. Außerdem merkt man schnell: Nur weil man etwas viele Jahre lang auf eine bestimmte Art gemacht hat, muss es nicht die einzige oder beste Möglichkeit sein. Dieser Blick über den Tellerrand ist unglaublich wertvoll.

  • Was hast du durch die wechselnden Einsätze gelernt?

Vor allem habe ich gelernt, flexibel zu denken und offen für neue Perspektiven zu bleiben. Jede Station arbeitet ein wenig anders, und genau daraus kann man viel für die eigene Arbeit mitnehmen.


  • Wie wirst du von den Stationsteams aufgenommen?

Sehr positiv. Die Teams sind in der Regel dankbar für die Unterstützung und freuen sich zusätzliche Kolleginnen und Kollegen zu haben, welche im Ausfallmanagement sind.

  • Wie wichtig ist der Austausch mit den anderen Kolleginnen und Kollegen aus dem Flex-Team?

Der Austausch ist sehr wichtig. Wir sprechen miteinander über unsere Erfahrungen auf den verschiedenen Stationen und profitieren voneinander. Besonders schön finde ich, dass man trotz der wechselnden Einsatzorte das Gefühl hat, Teil eines festen Teams zu sein. Dazu trägt auch die „Schlaue Stunde“ des Flex-Teams bei, die jeden zweiten Mittwoch stattfindet. Dort gibt es kurze Fortbildungen, die teilweise sogar von Kolleginnen und Kollegen aus dem Flex-Team selbst gestaltet werden.


  • Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, ins Flex-Team zu wechseln?

Ganz klar: Tu es!

Das Flex-Team ist eine sehr gute Alternative für alle, die das Gefühl haben, in ihrer aktuellen Station festzustecken oder sogar darüber nachdenken, die Pflege ganz zu verlassen. Es tut gut, neue Bereiche kennenzulernen und die gewohnte Stations-Bubble einmal zu verlassen. Außerdem bietet das Flex-Team die Möglichkeit, verschiedene Fachbereiche kennenzulernen und sich beruflich neu zu orientieren. Es kann ein echtes Sprungbrett für die weitere Entwicklung sein. Und was ich besonders schätze: Die Tür im Flexbüro steht immer offen. Die Leitungskräfte sind sehr unterstützend, nehmen sich Zeit für Fragen und versuchen gemeinsam mit jedem Einzelnen passende Lösungen zu finden.