Spitzenforscher für Querschnittlähmung nimmt am Wings for Life World Run in Berlin teil

Prof. Dr. med. Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie des BG Klinikums Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) und einer der weltweit profiliertesten Forscher auf dem Gebiet, nimmt am Wings for Life World Run 2026 in Berlin teil

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05.05.2026

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Angela Kijewski

Pressesprecherin
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Laufen für die, die es nicht mehr können: Das ist die Grundidee des Wings for Life World Runs, der am Sonntag den 10. Mai, weltweit stattfindet. Es ist ein Spendenlauf, die Erlöse gehen an die gleichnamige Stiftung, die seit vielen Jahren Rückmarkforschung betreibt, damit eines Tages Querschnittlähmung hoffentlich heilbar ist.

Als Läufer unter weit über 1000 Teilnehmenden, die am Sonntag in Berlin auf dem Tempelhofer Feld an den Start gehen, ist auch Prof. Dr. med. Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie des BG Klinikums Unfallkrankenhaus Berlin (ukb). Er ist nicht nur einer der weltweit profiliertesten Forscher auf dem Gebiet, sondern auch einer der Gründer der Stiftung.

2003 stürzte ein junger österreichischer Motorradfahrer, Hannes Kinigadner, bei einem Rennen so unglücklich, dass er eine Querschnittlähmung erlitt. Eine Therapieoption zur Funktionsverbesserung gab es nicht, das ergab die einhellige Einschätzung medizinischer Experten, zu denen auch Jan Schwab gehörte. „Nach weiteren Beratungen reifte der Entschluss dies aber nicht auf sich beruhen lassen. In der Folge hat der Unternehmer Dietrich Mateschitz zusammen mit Hannes‘ Vater, dem 2-fachen Motocross Weltmeister Heinz Kinigadner die Stiftung Wings for Life gegründet mit dem Ziel die Rückmarkforschung mit einer Stiftung voranzutreiben“, erinnert sich Prof. Schwab. Schwab war von Beginn an dabei und ist bis heute Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung.

 

Nach mehreren Stationen auch im Ausland ist Prof. Schwab jetzt seit Januar 2026 im ukb tätig und hat gleichzeitig den neu eingerichteten Lehrstuhl für Klinische und Experimentelle 
Paraplegiologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin übernommen. So sollen Forschung und klinische Versorgung enger miteinander verzahnt werden.

„Rückenmarkverletzungen schwächen das Immunsystem, es kommt oft zu Infektionen, beispielsweise einer Lungenentzündung. Die kann zwar geheilt werden, aber die durch die Infektion hervorgerufene zusätzliche Schädigung des Rückenmarks ist irreversibel“, erklärt der Neurowissenschaftler. Deshalb arbeiten er und andere Experten daran, Wege zu finden, die Infektionen früher als bisher zu identifizieren und zu behandeln oder die Schäden der Infektion auf das Rückenmark zu minimieren. 

„Den Patientinnen und Patienten ist schon viel geholfen, wenn neurologische Funktionen nicht durch Infektionen lebenslang geschädigt bleiben. Wir arbeiten deshalb daran, 
Querschnittgelähmte nach der Akutphase auf einer spezialisierten Intensivstation - ähnlich einer Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten - gezielt überwachen zu können, damit wir schneller und effektiver solche sogenannten regenerationshemmenden Mechanismen aufspüren und abmildern können“, sagt Prof. Schwab zu seinen Forschungszielen.

Prof. Schwab steht für Fragen zu den Erfolgen in der Rückmarkforschung und den Heilungs-Chancen für Querschnittgelähmte zur Verfügung.