Zwei Frauen bei einer Fallbesprechung

„Wir sehen jeden Tag, was alles möglich ist“

Moderne Prozesssteuerung bei maximaler Behandlung: Fallbesprechung im Medizincontrolling des BG Klinikums Bergmannstrost Halle.

„Haben wir ein Röntgenbild von der Sprunggelenkfraktur oder den OP-Bericht?“, fragt Sabine Heerdegen ihre Kollegin Diana Zabel. Die Medizincontrollerinnen sitzen gemeinsam über einer Fallakte. Heerdegen agiert als Schnittstelle zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MD), Zabel ist in diesem Fall für die korrekte Verschlüsselung der Diagnosen und Prozeduren (Kodierung) mitverantwortlich. Der MD hat Informationen zu einer Abrechnung angefordert. 

„Das kann vor allem bei neuen, verbesserten Verfahren vorkommen“, erklärt Karina Fiedler, Heerdegens Büronachbarin. „Dann möchte der MD genauer wissen, wie und warum es so gemacht wurde.“ 

So wie im aktuellen Fall mit der neuen Verschraubungstechnik. Profitiert hat davon vor allem der Patient mit dem gebrochenen Sprunggelenk: Er konnte seinen Fuß viel schneller wieder belasten und früher entlassen werden.

Portrait Diana Zabel
„Wir verstehen uns als Mittlerinnen zwischen medizinisch erbrachter Leistung und leistungsgerechter Abrechnung.“
Diana Zabel

Medizincontrollerin

Keiner hat mehr Überblick als sie 

Diana Zabel macht sich auf den Weg ins Haupthaus. Auf Station will sie sich die neue Technik persönlich von der beteiligten Ärzteschaft sowie den Pflegerinnen und Pflegern erklären lassen.  

Die Medizincontrollerinnen erfassen von der Aufnahme bis zur Entlassung alle medizinischen Daten zu der zu behandelnden Person. Sowohl Diagnosen und Behandlungen, wie auch Betreuung und Pflege werden kodiert und mittels Fallpauschalen gegenüber dem Kostenträger abgerechnet.
  
„Wir sind sozusagen der Inbegriff interdisziplinärer Zusammenarbeit“, sagt Zabel. „Regelmäßiger Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegefachkräften und Transparenz sind sehr wichtig. Nur so können wir als Klinikum auch wirklich alle durchgeführten Leistungen abrechnen.“
 

Portrait Sabine Heerdegen
„Ein freundliches Miteinander ist für unsere Arbeit essenziell.“
Sabine Heerdegen

Medizincontrollerin

Ein gutes Miteinander zwischen Verwaltung, Ärztlichem- und Pflegedienst zeichnet die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bergmannstrost aus: „Gerade wir im Medizincontrolling haben ja Kontakt zu allen Kliniken und arbeiten einander zu. Ohne das würde es nicht funktionieren“, ergänzt Sabine Heerdegen.  

Digitalisierung vereinfacht viele Prozesse

Zurück in ihrem Büro muss Sabine Heerdegen nicht lange warten, bis der OP-Bericht in der Akte erscheint. Der hohe Digitalisierungsgrad im Klinikum kommt ihnen dabei zugute: „Um die 90 Prozent der Akteninhalte sind digitalisiert, das erleichtert uns die Arbeit natürlich erheblich.“ 

Jedes Jahr werden die Fallpauschalen, die Diagnosis Related Groups (DRG), aktualisiert. Dann heißt es kommunizieren: Die Medizincontrollerinnen informieren alle Kliniken und Abteilungen über die Aktualisierungen. „Die DRG werden immer mehr verfeinert. Das lässt eine genauere Abrechnung zu.“ erklärt Heerdegen.

Ein Mehr an Qualität und Quantität 

Die Leistungssätze sind die gleichen wie in anderen Kliniken. Weil die integrierte Reha in den BG Kliniken aber schon in der Akutphase beginnt, spiegelt sich der höhere Aufwand dafür auch in der Dokumentation wider.  

„Wir sehen natürlich auch den Aufwand, der betrieben wird, um die Patientinnen und Patienten wieder ordentlich auf die Beine zu bekommen“, stellt Karina Fiedler fest. „Das ist schon beeindruckend: zu sehen, was alles mit maximalem Einsatz möglich ist.“ 
 

  1. Frau läuft im Treppenhaus der Klinik

    Gerade innovative Behandlungsmethoden erfordern oft persönliche Rücksprache mit den Ärztinnen und Ärzten. Diana Zabel auf dem Weg ins Haupthaus zur Station. 

  2. Zwei Frauen im Gespräch

    Diana Zabel lässt sich das Vorgehen vor Ort erläutern. Im Klinikum werden häufig neue, verbesserte Verfahren angewendet.  

  3. Medizincontrollerinnen bei der Fallbesprechung

    Medizincontrollerinnen bei der Fallbesprechung: Diana Zabel und Sabine Heerdegen bereiten eine Stellungnahme für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MD) vor. 

  4. Die Hände zweier Frauen vor einem Blatt Papier und Computer

    Sind alle Diagnosen und Prozeduren vollständig dokumentiert? Sabine Heerdegen überprüft Eintragungen in die Fallakte.