Erneute Kreuzbandverletzung, fehlgeschlagene Kreuzbandoperation

Auch nach einer erfolgreich durchgeführten Kreuzbandoperation kann es bei einem entsprechenden Unfallmechanismus wieder zu einem Riss des transplantierten Kreuzbandes kommen.

Darüber hinaus kann eine Kreuzbandplastik auch ohne weiteren Unfall wieder instabil werden. Dies wird als Transplantatversagen bezeichnet. Das Transplantatversagen kann vielfältige Ursachen haben, die genau analysiert werden müssen. Hierzu gehören nicht erkannte Seitenbandinstabilitäten, Meniskusverletzungen oder auch starke Abweichungen der Beinachse als „O-Bein“ oder auch „X-Bein“. Bevor eine erneute Kreuzbandoperation (Revisionskreuzbandplastik) erfolgen kann, müssen die bereits in der ersten Kreuzbandoperation angelegten Knochenkanäle mittels Computertomografie (CT) untersucht werden.

Therapie und Operationsverfahren

In manchen Fällen kann die Revisions-Operation mit Entfernung des alten und Einbringen des neuen Kreuzbandtransplantats in einer Operation erfolgen. In anderen Fällen ist ein mehrstufiges Vorgehen anzuraten: In einer ersten Operation werden dabei das alte Transplantat – und eventuell die Befestigungsimplante – entfernt und die Bohrkanäle durch körpereigenen Knochen oder Spenderknochen aus einer Knochenbank wieder aufgefüllt. Erst in einem zweiten Eingriff nach drei bis vier Monaten kann der erneute Kreuzbandersatz erfolgen.

Nachbehandlung

Nach der Operation kann direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Das Kniegelenk wird zusätzlich passiv auf einer Motorschiene (Continous Passive Motion, CPM) bewegt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt drei bis vier Tage. Die Mobilisation erfolgt initial mit Unterarmgehstützen und einer Teilbelastung. Eine volle Belastung ohne Unterarmgehstützen ist meistens nach etwa vier bis sechs Wochen möglich. Zusätzlich erhalten die meisten Patienten zum Schutz des Gelenks eine bewegliche Knieschiene (Orthese).

Sollte zuerst eine Knochenauffüllung der Bohrkanäle erfolgt sein, wird die eigentliche Kreuzbandoperation erst nach drei bis vier Monaten durchgeführt. In diesem Zeitraum sollten keine kniebelastenden Sportarten/Tätigkeiten ausgeübt werden, um keine weiteren Gelenkschäden zu provozieren. Leichte Sportarten, wie Fahrradfahren oder Schwimmen, sind jedoch erlaubt.