Zwerchfell­nerven­schrittmacher

Für Menschen mit einer Querschnittlähmung, die auf eine Beatmung angewiesen sind, kann ein Phrenikusnervenstimulator (PNS) (umgangssprachlich auch „Zwerchfellnervenschrittmacher“) eine Perspektive mit wesentlicher Verbesserung der medizinischen Situation und zugleich eine Erleichterung in den Aktivitäten des täglichen Lebens bieten.

Mit einem „Schrittmacher“ assoziieren viele Menschen den Herzschrittmacher. Doch auch das Zwerchfell kann mit elektrischen Impulsen über seine Nerven (Phrenikusnerven) stimuliert werden. Damit der Eingriff gelingen kann, muss der Zwerchfellnerv, seine ihn versorgenden Neurone auf Rückenmarks- und Gehirnebene sowie der Zwerchfellmuskel intakt sein.

Über eine Muskellücke im vorderen Halsbereich kann man über einen elektrischen Impuls testen, ob die o. g. Strukturen intakt, also noch stimulierbar sind. Führt also dieser Test zu einem positiven Ergebnis, kommt der Patient oder die Patientin für die Implantation eines Stimulators in Frage. Die Stimulation der Zwerchfellnerven führt zur Kontraktion des Zwerchfells und damit zu einem Atemzug. Durch wiederholte Stimulationen wird das Zwerchfell wie ein Muskel trainiert. Hieraus resultiert letztlich eine stabile Eigenatmung mit einer Vielzahl von Vorteilen im Vergleich zur dauerhaften maschinellen Beatmung über eine Trachealkanüle. So treten bspw. signifikant weniger Lungenentzündungen auf, die Mobilisation wird durch Verzicht auf den Beatmungsschlauch erleichtert, dass Sprech-, Riech- und Schmeckvermögen verbessern sich und auch die Trachealkanülenwechsel werden von den Betroffenen als weniger belastend empfunden.

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