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    Dreifachtherapie: Lopinavir-Ritonavir, Interferon beta-1b und Ribavirin

    Die dem Nukleosid Guanin ähnliche Substanz Ribavirin hemmt die Vermehrung von Influenza-, Hepatitis-C-, Herpes- und anderen Viren im menschlichen Zellapparat.
    Anscheinend gilt dies auch für SARS-CoV-2.

    Zwischen dem 10. Februar und 20. März 2020 wurden in sechs Kliniken in Hong Kong 144 Patientinnen und Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion und erstmaligen Symptomen einer COVID-19-Erkrankung innerhalb einer Woche vor stationärer Aufnahme behandelt, von denen 127 in eine randomisierte Phase-2-Studie aufgenommen wurden. Die Teilnehmenden wurden in einem 2 : 1 Verhältnis per Zufall entweder einer Dreifachtherapie, bestehend aus Lopinavir-Ritonavir, Interferon beta-1b (die Rolle dieses Botenstoffs als antiviralem und entzündungsmodulierendem Faktor hatten wir in vorherigen Newslettern bereits illustriert) und Ribavirin oder einer alleinigen Lopinavir-Ritonavir-Therapie über zwei Wochen zugeordnet. 

    Die Dreifach-Therapie führte zu einer schnelleren Eliminierung von SARS-CoV-2 im Nasen-Rachenabstrich (im Median 7 versus 12 Tage) als die Einfach-Behandlung. Die Häufigkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen war in beiden Gruppen vergleichbar.

    Fazit

    In der randomisierten Phase-2-Studie aus Hong Kong standen Sicherheit und sogenannte Surrogat-Parameter (wie eben die molekularbiologische Eliminierung [Eradikation] des Virus aus Nasen-Rachenabstrichen) im Vordergrund. Ob die beobachtete raschere Entfernung des Virus-Erbgutes unter einer Dreifachbehandlung (Lopinavir-Ritonavir, Interferon beta-1b, Ribavirin) sich im Vergleich zu Lopinavir-Ritonavir auch in besseren klinischen Behandlungsergebnissen niederschlägt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

    Stand: 15.05.2020