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    Therapeutische Gabe von Vitamin D3

    Vitamin D3 erwies sich in einer randomisierten Studie als wirkungslos - in einer anderen, quasi-randomisierten Studie hingegen als effektiv zur Reduktion von Intensivbehandlungen und Sterblichkeit aufgrund einer COVID-19-Erkrankung.

    Vitamin D3 stärkt die angeborene und adaptive Immunantwort gegenüber viralen Infektionen durch Stimulation von Makrophagen und dendritischen Zellen. Auch bei COVID-19 wurde die prophylaktische Einnahme von Vitamin D3 zur Vermeidung von Infektionen bzw. schweren Verläufen in Betracht gezogen - die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch unverändert spärlich.

    In einer randomisierten Studie an zwei Kliniken in Sao Paulo, Brasilien, wurden zwischen dem 02.06. und 27.08.2020 240 Patientinnen und Patienten mit moderater bis schwerer COVID-19-Erkrankung per Zufall einer einmaligen oralen Gabe von 200.000 IU Vitamin D oder Placebo zugeteilt (JAMA).

    Das mittlere Alter betrug 56 Jahre, das Verhältnis von Männern zu Frauen 56 zu 44 %. Drei Viertel aller Teilnehmer erhielten Sauerstoff. 
    Vitamin D3 zeigte keinen Effekt auf die zeitabhängige Rate von Krankenhausentlassungen (Abbildung 1). Unterschiede in der Sterblichkeit (Vitamin D3 7,6 %, Placebo 5,1 %), der Häufigkeit von Intensivbehandlungen (16,0 % versus 21,2 %) und dem Risiko für eine mechanische Beatmung (7,6 % versus 14,4 %) waren mit dem Zufall vereinbar.

    <p>Abb.1</p>
<p>Kumulative Rate von Krankenhausentlassungen in Abhängigkeit von einer Vitamin-D3-Gabe&nbsp;(<a href="https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2776738">JAMA</a>).</p>

    Abb.1

    Kumulative Rate von Krankenhausentlassungen in Abhängigkeit von einer Vitamin-D3-Gabe (JAMA).

    Eine quasi-randomisierte Studie aus Barcelona, welche bisher nur als Preprint vorliegt (The Lancet/The Social Science Research Network - SSRN), untersuchte den Effekt einer Vitamin-D3-Gabe (2 Kapseln mit 266 µg an Tag 0, eine Kapsel an Tag 3, eine Kapsel an den Tagen 7, 15 und 30) im Vergleich zu einer Standardbehandlung zum Zeitpunkt der Klinikaufnahme. Es wurde 551 Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung der Vitamin-D3-Gruppe und 379 der Kontrollgruppe zugeordnet. In der untersuchten Kohorte reduzierte das Vitamin-D3-Regime sowohl die Häufigkeit einer Intensivtherapie als auch die Sterblichkeit (Abbildung 2).

    <p>Abb.2&nbsp;</p>
<p>Häufigkeit einer Intensivbehandlung und Sterblichkeit in Abhängigkeit von einer Vitamin-D3-Substitution (<a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3771318">The Lancet/The Social Science Research Network - SSRN</a>).</p>

    Abb.2 

    Häufigkeit einer Intensivbehandlung und Sterblichkeit in Abhängigkeit von einer Vitamin-D3-Substitution (The Lancet/The Social Science Research Network - SSRN).

    Fazit

    Die Datenlage zur therapeutischen Gabe von Vitamin D3 bei COVID-19 ist widersprüchlich und erlaubt derzeit keine Behandlungsempfehlung.

    Stand: 04.03.2021