Bergmannstrost für innovative Sturzprävention ausgezeichnet

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02.07.2026

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Christian Malordy

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Stürze von Patientinnen und Patienten zählen zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen im Krankenhaus – mit teils gravierenden Folgen wie Prellungen, Wunden oder schweren Verletzungen. Besonders gefährdet sind ältere oder neurologisch eingeschränkte Menschen. Umso wichtiger ist eine wirksame Prävention. Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle wurde nun für sein umfassendes und modernes Konzept zur Sturzvermeidung ausgezeichnet. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) würdigte das Engagement im Rahmen des bundesweiten Programms „VBG_NEXT – Gemeinsam Prävention entwickeln“ als deutschlandweites Leuchtturmprojekt und verlieh dem Klinikum einen Förderpreis in Höhe von 4.000 Euro.

„Unser Ziel ist es, die Selbstständigkeit und Mobilität unserer Patientinnen und Patienten zu fördern und sie gleichzeitig bestmöglich zu schützen. Indem wir Risiken früh erkennen, Stürze vermeiden oder zumindest die Folgen deutlich reduzieren. Die Auszeichnung der VBG ist eine echte Wertschätzung unserer Arbeit und eine große Anerkennung für das gesamte Pflegeteam. Ohne den Einsatz und die Kompetenz der Pflegekräfte auf den Stationen ist es nicht möglich, Sturzprävention konsequent umzusetzen“, sagt Annett Knorrscheid, Mitarbeiterin der Pflegedirektion Bergmannstrost und verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung des Konzepts.
Die Präventionskoordinatorin der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft Rosemarie Pauz erläutert die Entscheidung für das Bergmannstrost: „Das Bergmannstrost ist deutschlandweit vorbildhaft bei der Sturzprävention zum Schutz seiner Patientinnen und Patienten. Das Konzept ist absolut innovativ, wirksam im Sinne der Patientensicherheit und stellt eine Arbeit der Pflegeteams in den Mittelpunkt, die sonst im Hintergrund stattfindet. Es ist uns ein Herzensanliegen, dieses Engagement mit einer Auszeichnung sichtbar zu machen.“

Das prämierte Konzept des Klinikums ist ganzheitlich: Er verbindet digitale Datenauswertung, kontinuierliche Schulungen des Personals, praxisnahe Maßnahmen im Pflegealltag sowie innovative technische Lösungen. Grundlage bildet eine systematische Erfassung und Analyse aller Sturzereignisse. Diese werden möglichst tagesaktuell ausgewertet, um Risikofaktoren frühzeitig zu identifizieren und gezielt gegenzusteuern. „Wenn Patienten stürzen, weist das häufig auf bestehende Risikofaktoren hin – etwa durch Medikamente, Orientierungsschwierigkeiten oder ungeeignete Abläufe. Für uns sind Stürze deshalb auch ein wichtiger Hinweis darauf, wo wir unsere Versorgung weiter verbessern können“, so Annett Knorrscheid.

Die daraus abgeleiteten Maßnahmen sind vielfältig: Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Sturzrisiko werden gezielt in der Nähe des Pflegestützpunktes betreut. In den Nachtstunden erfolgen engmaschigere Kontrollgänge. Zudem kommen auf ausgewählten Stationen spezielle Bodenbetten zum Einsatz, die das Verletzungsrisiko im Falle eines Sturzes deutlich reduzieren. Auf der Station für Frührehabilitation setzt das Klinikum zusätzlich auf eine innovative radargestützte KI-Technologie. Diese erfasst Bewegungen kontaktlos, erkennt potenzielle Gefahrensituationen in Echtzeit und informiert das Pflegepersonal unmittelbar. Gleichzeitig liefert das System wertvolle Daten zur individuellen Risikoeinschätzung.

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro soll direkt in die Weiterentwicklung der Sturzprävention fließen: Das Bergmannstrost plant die Anschaffung spezieller Sturzmatten, die vor den Patientenbetten platziert werden und bis zu 75 Prozent der Aufprallenergie absorbieren können.
Auch über das eigene Haus hinaus entfaltet das Bergmannstrost-Projekt Wirkung: Die erhobenen Daten fließen in einen bundesweiten Vergleich ein und tragen zur Weiterentwicklung der Pflegequalität in Deutschland bei. Zudem stellt die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft das Präventionskonzept auf einer öffentlichen Datenbank als Best Practice zur Verfügung.

Mit dem VBG_Next Präventionspreis zeichnet die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft alle zwei Jahre außerordentliche und innovative Präventionsprojekte seiner Mitgliedsbetriebe und Einrichtungen in ganz Deutschland aus. Der Preis, den es für verschiedene Kategorien gibt, wurde 2026 zum 11. Mal vergeben, das Bergmannstrost ist die erste Klinik, die im Rahmen des Programms ausgezeichnet wurde.


Foto: BG klinikum Bergmannstrost Halle
Stellvertretend für das Team der Pflege nahm Projektleiterin Annett Knorrscheid (2.v.r.) den Preis der VBG entgegen.
v.l.n.r.: Thomas Hagdorn (Geschäftsführer BG Klinikum Bergmannstrost Halle), Rosemarie Pauz (Präventionsfeldkoordiantorin Rehabilitanden- und Patientenunfälle der VBG), Annett Knorrscheid (Projektleiterin und Mitarbeiterin der Pflegedirektion Bergmannstrost), Henry Rafler (Pflegedirektor BG Klinikum Bergmannstrost Halle)