
Audits und Zertifizierungen
Audits und Zertifizierungen
Seit 2010 ist das Bergmannstrost als überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert und garantiert als solches die Übernahme und Behandlung von zwei bis drei Schwerstverletzten zu jeder Zeit. Es ist eng mit dem luft- und bodengebundenen Rettungsdienst verzahnt, ist Teil des Netzwerks Katastrophenmedizin und bietet u.a. ein Zentrum für Schwerstbrandverletzte, ein Zentrum für Rückenmarkverletzte, die Spezialkompetenz der Klinik für Plastische und Handchirurgie/Handrehabilitation sowie eine eigene Klinik für Physikalische und Rehabilitative Medizin.
Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle ist am Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beteiligt und damit berechtigt, Schwerstunfallverletzte für die DGUV zu versorgen. Beteiligt sind ausschließlich besonders geeignete Krankenhäuser, die spezielle personelle, apparative und räumliche Anforderungen erfüllen müssen. Das Bergmannstrost wird zudem von den Unfallversicherungsträgern als Klinik mit spezialisierter, umfassender medizinischer Rehabilitation geführt. Als solches kann das Klinikum Schwerst-Unfallverletzte – insbesondere mit Querschnittlähmung, Schädel-Hirnverletzung und Brandverletzungen sämtlicher Schweregrade – behandeln. Es erfüllt zudem spezielle Anforderungen für die Versorgung schwerster Handverletzungen und darf die im Verletzungsartenverzeichnis genannten Handverletzungen vollumfänglich behandeln.
Die Zertifizierung erfolgt durch die European Burns Association (EBA) für eine hochspezialisierte Versorgung schwerstbrandverletzter Patientinnen und Patienten, einschließlich Intensivmedizin, plastischer Chirurgie, Infektionskontrolle und Rehabilitation auf international anerkanntem Niveau.
Die hochmoderne Schlaganfall-Akutstation am Bergmannstrost ist seit 2006 nach den Richtlinien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als „Überregionale Stroke Unit“ und seit 2019 als „Comprehensive Stroke Unit“ (erweiterte Stroke Unit) in Sachsen-Anhalt zertifiziert. Jährlich werden hier rund 800 Schlaganfallpatienten versorgt.
Die Auditoren hoben die enge Vernetzung innerhalb des Neurozentrums und der dortigen Klinik für fachübergreifende Frührehabilitation hervor, die die frühzeitige Rehabilitation der hirntraumatisierten Patienten gewährleistet. Weiterhin wurde die hervorragende Ausstattung des Bergmannstrost gewürdigt, die die Qualitätsanforderungen in besonderem Maße erfüllt. Die 24-stündige Verfügbarkeit erfahrener Neurologen, Neurochirurgen und Neuro-Radiologen sowie Gefäßchirurgen ermöglicht eine hohe Qualität auch bei eventuell notwendig werdenden Eingriffen am Gehirn oder an den Gefäßen.Die Zertifizierung als „ESO Stroke Unit“ durch die European Stroke Organisation ist die höchste Stufe der europäischen Qualitätsauszeichnung für die Versorgung von Schlaganfallpatienten.
Das Bergmannstrost ist seit Januar 2016 als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert. Das Zentrum bündelt die Leistungen verschiedener medizinischer Bereiche, um Patienten mit einem künstlichen Gelenkersatz interdisziplinär behandeln und optimal versorgen zu können. Geprüft wurde das Zentrum nach den Vorgaben der Zertifizierungsinitiative EndoCert, die von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie entwickelt wurde. Das Zentrum bietet das gesamte Spektrum gelenkchirurgischer Behandlungsmethoden und OP-Verfahren sowie den Einsatz modernster Endoprothesen. Es verfügt zudem über spezielle Expertise für schwierige Endoprothetik nach einer unfallbedingten Gelenkzerstörung, für Knochen- und Gelenkinfektionen sowie Tumorendoprothetik.
Deutschlandweit gibt es nur 28 solcher Zentren, die für eine erfolgreiche Zertifizierung strenge Richtlinien und Vorgaben der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie e.V. erfüllen müssen. Unter anderem muss das Bergmannstrost ein interprofessionelles Team aus Fachärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Psychologen vorhalten, die für die Behandlung und Versorgung querschnittgelähmter Patienten speziell qualifiziert sind. Zahlreiche hochspezialisierte Angebote der Pflege und Therapie sind auf die schwer betroffenen Patienten ausgerichtet und reichen von Atmungstraining, Mobilitätstraining im Rollstuhl bis hin zu psychologischer Betreuung.
Die Zertifizierung erfolgt durch die europäische Vereinigung der Handchirurgie „Federation of European Societies for Surgery of the Hand“ (FESSH), die strenge und europaweit gültige Vorgaben aufgestellt hat. Für eine erfolgreiche Zertifizierung muss die Klinik unter anderem sicherstellen, dass akute Handverletzungen rund um die Uhr durch eine Mindestzahl spezialisierter Fachärzte versorgt werden können. Zudem erhalten die Patienten Rehabilitationsangebote durch speziell qualifizierte Handtherapeuten.
Das Kompetenzzentrum für Wirbelsäulenchirurgie (Surgical Spine Centre of Excellence, SSCoE) entspricht damit den hohen Standards der europäischen Wirbelsäulengesellschaft EUROSPINE. Für eine erfolgreiche Zertifizierung muss die Klinik unter anderem eine hochqualifizierte Rund-um-die-Uhr-Versorgung für Wirbelsäulenverletzte durch spezialisierte Chirurgen und OP-Pflegekräfte nachweisen und vollumfängliche radiologische Diagnostik sicherstellen.
Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle ist seit 2015 nach der Qualitätsmanagement-Norm DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Diese ist national und international die bedeutendste Norm im Qualitätsmanagement. Sie beleuchtet alle wesentlichen betrieblichen Prozesse und stellt sie auf den Prüfstand.
Seit 2010 kann sich das Bergmannstrost mit dem Qualitätssiegel als besonders familienfreundlicher und lebensphasenbewusster Arbeitgeber ausweisen. Die Beschäftigten profitieren von vielfältigen Maßnahmen, wie z. B. flexiblen Arbeitszeiten, Burn-out-Prophylaxe und Coachingangeboten, die zugleich eng mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement verknüpft sind.
Als erstes Krankenhaus in Sachsen-Anhalt hatte das Bergmannstrost 2014 erstmals das Zertifikat "Saubere Hände" in Gold erhalten und erhält seither regelmäßig die Re-Zertifizierung. Das Zertifikat wird vergeben für den Einsatz der Klinik bei der richtigen Händedesinfektion und damit beim aktiven Patientenschutz. Für das Zertifikat überprüft die Aktion "Saubere Hände" eingereichte Datenblätter der Kliniken anhand von gemessenen Daten und Selbstauskunft. Ein wichtiger Messparameter ist der Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln. Das Zertifikat wird für zwei Jahre vergeben. Die Aktion "Saubere Hände" ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Händehygiene in deutschen Gesundheitseinrichtungen, die 2008 u.a. mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit ins Leben gerufen wurde.
Seit dem 10. August 2015 ist die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des BG Klinikums Bergmannstrost Halle zertifiziert als offizielles AOTrauma Fellowship Host Center und bietet damit Unfallchirurgen aus dem internationalen Raum die Möglichkeit zur Hospitation.