Aktuelles zu COVID-19

Hier finden Sie Hinweise zum korrekten Verhalten im Verdachtsfall und weitere Informationsangebote.

Wie können wir Ihnen helfen?

    Schultereckgelenksprengung

    Bei einer Schultereckgelenksprengung werden die stabilisierenden Strukturen wie Kapseln und Bänder am Schultereckgelenk verletzt.

    Über ein Zehntel aller sportbedingten Schultergürtelverletzungen betreffen das sogenannte Akromioklavikulargelenk – das Gelenk zwischen dem Schlüsselbein und dem Schulterdach. Die Verletzungen sind zumeist unfallbedingt und entstehen durch einen direkten Sturz auf die Schulter mit angelegtem Arm, seltener durch Stürze auf den ausgestreckten Arm oder auf den Ellenbogen.

    Je nachdem wie viele Bänder verletzt sind ergeben sich verschiedene Ausprägungsgrade der Verletzung. Diese werden heute nach Rockwood (früher Tossy) eingeteilt. In Abhängigkeit davon wird darüber entschieden, ob operiert werden muss oder konservativ therapiert werden kann.

    Die Diagnosefindung erfolgt anhand spezifischer Untersuchungstests und durch eine spezielle Röntgenuntersuchung. Bei klinischem Hinweis auf zusätzliche Begleitverletzungen kann gegebenenfalls eine Magnetresonanztomografie-Untersuchung (MRT) diese nachweisen. 

    Operationsverfahren

    Das Verständnis der Anatomie der beiden coracoclaviculären Bänder (Lig. trapezoideum und medial Lig. conoideum) hinsichtlich ihres Ansatzes, Ursprung und Verlauf stellt den Grundstein für das Verständnis der aktuellen anatomischen AC-Gelenkstabilisierung dar. Diese Erkenntnisse führten zum Umdenken in der operativen Versorgung der akuten sowie chronischen AC-Gelenkinstabilität. Von den zahlreichen Operationstechniken zur Versorgung der Schultereckgelenksprengung haben sich zwei Verfahren etabliert (Tight-Rope und Hakenplatte).

    Die sogenannte Tight-Rope-Implantation ermöglicht eine minimalinvasive, arthroskopisch gestützte und anatomische Stabilisierung der akuten Instabilität mit Hilfe eines „Flaschenzugsystems“. Dieses wird arthroskopisch eingebracht: Zunächst erfolgt eine Reposition des Schlüsselbeins (Clavicula) zu dem Rabenschnabelfortsatzknochen (Processus coracoideus). Über eine Gelenkspiegelung wird dann ein Fadensystem mit zwei Titanplättchen eingebracht. Das Schlüsselbein wird dabei durch einen kräftigen Faden an den Rabenschnabelfortsatz fixiert.

    In den chronischen Fällen reicht dieses Konstrukt nicht aus, denn die Bandstümpfe schrumpfen nach einiger Zeit und können sich dann nicht mehr annähern. Hier muss zusätzlich zu dem Tight-Rope-Flaschenzugsystem der Einbau einer über einen kleinen Hautschnitt am Knie entnommenen Sehne (Gracilissehne oder Semitendinosussehne) erfolgen um die Bänder zu ersetzen. Diese sogenannte Graft-Rope-Operation wird ebenfalls minimalinvasiv, arthroskopisch unterstützt durchgeführt. Vorteile des arthroskopisch gestützten Tight-Rope-Verfahrens sind die minimale Invasivität und die Möglichkeit zusätzliche Begleitverletzungen an Bicepssehne oder Rotatorenmanschette gleichzeitig mittherapieren zu können. 

    Im Anschluss an die Operation wir der Arm für circa sechs Wochen in einem Schulterkissen gelagert und eine physiotherapeutische Behandlung entsprechend eines dezidierten Nachbehandlungsplanes durchgeführt. 

    Beim Hakenplattenverfahren wird in einer offenen Operation eine Metallplatte, die mit einem Haken unter dem Schulterdach das Schlüsselbein in Korrekturstellung bringt, implantiert. Diese wird nach acht bis zehn Wochen wieder entfernt.

    Verfügbar an den Standorten

    Alle Beiträge

    Aus unserem Ratgeber