Von links: Sascha Lenk (Nexus), Thomas Lichtenberg (Nexus), Stefan Born (Nexus), Reinhard Nieper, Heiko Hauptmann, Dr. Ralf Brandner (x-tention) und Marco Weixler (x-tention)

Auf dem Weg zur digitalen Fallbearbeitung: BG Kliniken geben Startschuss für Inter­operabilitäts­plattform und digitales Archiv

Mit dem Aufbau einer Interoperabilitätsplattform und eines digitalen Archivs vereinfachen die BG Kliniken künftig Austausch und Dokumentation von Patientendaten. Entsprechende Projektverträge haben die Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung am 22. Mai 2023 mit der x-tention Informationstechnologie GmbH und der Nexus Deutschland GmbH unterzeichnet.

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22.05.2023 BG Kliniken

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Eike Jeske

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Die Etablierung einer eigenen Interoperabilitätsplattform (IO-Plattform) als zentrale Datendrehscheibe soll die Vernetzung der BG Kliniken untereinander und mit verschiedensten Kooperationspartnern weiter stärken. Die IO-Plattform wird zunächst alle neun Akutkliniken des Konzerns anbinden. Indem Patientendaten strukturiert intern weitergegeben werden können, erreichen die Kliniken ein neues Niveau an Transparenz. Darüber hinaus wird der Datenaustausch mit externen Partnern wie den Unfallversicherungsträgern, Rettungsdiensten und nachgelagerten Versorgern möglich. Die Beteiligung an regionalen Initiativen zur digitalen Vernetzung von Kliniken in verschiedener Trägerschaft rückt ebenfalls in den Fokus.

Das durch die x-tention Informationstechnologie GmbH begleitete Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Behandlungsqualität: Alle am Behandlungsprozess beteiligten Akteure können auf gemeinsame Informationen zugreifen. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei Verlegungen von Patientinnen und Patienten die Behandlungsdokumente nicht mehr in Papierform vom Vor- oder zum Weiterbehandelnden übermittelt werden, sondern sicher digital über den IHE-Standard. Zudem werden die BG Kliniken mittelfristig in die Lage versetzt, strukturierte Behandlungsdaten im sogenannten FHIR-Format abzulegen und für automatisierte inhaltliche Prüfungen zu nutzen. Dies geschieht zum Beispiel durch KI-Systeme, die Ärztinnen und Ärzte in besonders komplexen Fällen bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Gleichzeitig werden alle Vorgaben des Datenschutzes eingehalten. Neben den Datensicherheitsmaßnahmen im neuen zentralen Rechenzentrum der BG Kliniken spielen hier die Verwaltung von Einwilligungen von Patientinnen und Patienten und der Berechtigungen von Leistungserbringern eine besondere Rolle. Um diese Themen bestmöglich zu lösen, haben die BG Kliniken ein interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt. 

Auch der Aufbau des digitalen Archivs mit Unterstützung der Nexus Deutschland GmbH erhöht die Behandlungsqualität. Ziel ist die Einrichtung einer technischen Lösung zur revisionssicheren Archivierung von Patientenakten in allen Akutkliniken und den beiden Ambulanzen des Klinikkonzerns. Die mandantengetrennte, zentrale Archivlösung soll das klinische Personal von administrativen Such- und Dokumentationstätigkeiten entlasten, indem alle für den Behandlungsfall relevanten Dokumente an einer Stelle digital auffindbar sind. Damit wird insbesondere eine bessere Informationslage bei Behandlungen geschaffen. Durch Scan- und Signaturverfahren kommen die BG Kliniken außerdem der Vision der papierlosen, digitalen Fallbearbeitung im Krankenhaus einen weiteren Schritt näher. Mit der Anbindung des digitalen Archivs an die zentrale IO-Plattform wird dazu ein digitaler Dokumentenaustausch zu anderen Kliniken und Partnern ermöglicht.

Reinhard Nieper, Vorsitzender Geschäftsführer der BG Kliniken: „Wir beginnen heute zwei Projekte, die viel zu unserer internen und externen Vernetzung beitragen. Das bringt unsere Kliniken nicht nur technisch voran – vor allem profitieren unsere Patientinnen und Patienten davon. Denn unsere Beschäftigten haben schnelleren Zugriff auf alle relevanten Informationen und können mehr Zeit für das Wesentliche aufwenden, die Versorgung unserer Patienten.“

Paul Hellwig, Chief Data Officer: „Mit den beiden Projekten machen die BG Kliniken einen großen Schritt beim Aufbau ihrer digitalen Infrastruktur. Wir werden unsere Daten schneller verarbeiten, protokollieren und weitergeben können. Und vor allem tun wir dies datenschutzkonform und nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben.“

Die Umsetzung beider Projekte, die mittels Vergabeverfahren an die Vertragspartner vergeben wurden, hat bereits begonnen. Die schrittweise Einführung soll Ende 2025 für alle BG Kliniken abgeschlossen sein. 


Weitere Informationen zum Thema "Strukturierte Daten und Interoperabilität" finden Sie auf den Seiten zur Digitalisierung der BG Kliniken.