Kopf und Rücken in besten Händen

Neues Neurozentrum am Bergmannsheil schlägt Brücke zwischen interdisziplinärer Akutmedizin, Rehabilitation und Forschung

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28.05.2026

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Robin Jopp

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Schädel-Hirn-Verletzungen, Schlaganfälle, Hirnblutungen, Gefäßerkrankungen des Hirns und Rückenmarks: Solche Erkrankungen sind oft lebensbedrohlich, können schnell fortschreiten und dauerhafte Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Um die Versorgung von Menschen mit diesen Krankheitsbildern sowie chronischen Erkrankungen des Nervensystems zu verbessern, gründet das BG Universitätsklinikum Bergmannsheil ein interdisziplinäres Neurozentrum. Das Zentrum bündelt die neurologische, neurochirurgische und neuroradiologische Expertise des Hauses und bindet bedarfsgerecht weitere Fächer in das Behandlungskonzept ein. Es beschleunigt somit fachübergreifende Abstimmungen und Abläufe, erhöht die Patientensicherheit und verbessert die Therapieerfolge. Gestern fand im Bergmannsheil die feierliche Eröffnung des neuen Zentrums statt.

„Menschen mit komplexen Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und des Nervensystems brauchen eine umfassende fachübergreifende Versorgung“, erklärt Prof. Dr. Tobias Ruck, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Bergmannsheil. „Durch die enge Verzahnung der verschiedenen Versorgungspartner und Expertisen können wir flexibler auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten reagieren – und ihnen ein abgestimmtes Behandlungskonzept ‚aus einem Guss‘ anbieten.“

Kooperative Zentrumsleitung

Die Neurologische Klinik und Poliklinik sowie die Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie leiten das neue Zentrum gemeinsam. Je nach individuellem Bedarf werden weitere Spezialisten aus anderen Fachabteilungen in die Behandlung eingebunden. Dazu zählen insbesondere das Institut für Radiologie, die Abteilungen für Schmerzmedizin, Rückenmarkverletzte und BG Rehabilitation sowie die Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie mit dem Schwerbrandverletztenzentrum.

Durch interdisziplinäre Fallkonferenzen und Visiten können die Behandlungsteams Probleme im Heilungsverlauf früher identifizieren und unmittelbar geeignete Therapien einleiten. „Eingespielte und fachübergreifende Prozesse sind für den Heilungserfolg ebenso wichtig wie die hohe Kompetenz aller Behandlungspartner aus Medizin, Pflege und Therapie“, sagt Prof. Dr. Ramón Martínez-Olivera, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie. Das Behandlungsspektrum ist breit gefächert: Neben Unfällen und Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks zählen auch chronische Erkrankungen des Nervensystems und weitere Krankheitsbilder dazu (zum Beispiel Parkinson, Demenzen, Multiple Sklerose, Hydrocephalus, Entzündungen, Tumoren, Muskel- und Nervenerkrankungen, Schlafstörungen u.v.m.). 

Von der Akutbehandlung bis zur Rehabilitation

Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Neurozentrum in der Versorgung von Menschen nach Arbeitsunfällen oder berufsbedingten Erkrankungen. Gemäß seinem Versorgungsauftrag als BG Klinik sichert das Bergmannsheil eine ganzheitliche Behandlung entlang des kompletten Heilungsverlaufs – von der Erstversorgung über die Rehabilitation bis zur Wiedereingliederung in Alltag und Beruf. Eine entscheidende Rolle spielt daher die enge Verzahnung mit der neurologischen Frührehabilitation und weiterführenden Reha-Angeboten. „Die lückenlose Versorgungskette von der Akutbehandlung zur Rehabilitation ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, damit wir Menschen auf ihrem Weg zurück in den Alltag und Beruf optimal unterstützen können“, so Prof. Ruck.

Ein integraler Bestandteil des Neurozentrums ist das klinische Studienzentrum. Hier werden dringende Forschungsfragen identifiziert und interdisziplinäre Studien durchgeführt. So ist sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten frühzeitig von neusten Erkenntnissen und Behandlungen profitieren können. „Wir verstehen das Neurozentrum am Bergmannsheil als eine Institution, in der Innovation, Patientensicherheit und Versorgungsqualität zusammenlaufen: Das fördert eine schnellere und nachhaltigere Genesung unserer Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Martínez-Olivera.

Zur Website des Neurozentrums Bergmannsheil geht es hier.  

Bild (v. l.): Michael Grütering, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Bergmannsheils, Geschäftsführerin Anne Elvering und die Leiter des Neurozentrums, Prof. Dr. Ramón Martínez-Olivera und Prof. Dr. Tobias Ruck. Bildnachweis: Bergmannsheil