Bildmotiv Fachbereich Rückenmarkverletzte: Pflegesituation im Patientenzimmer

Rückenmark­verletzte

Wir versorgen Menschen mit Verletzungen oder Erkrankungen des Rückenmarks vollumfänglich, interdisziplinär und interprofessionell. Dabei sichern wir sowohl eine qualifizierte Behandlung direkt nach Eintritt einer Querschnittlähmung als auch die lebenslange Nachsorge unserer Patienten.

Ihr Ansprechpartner

PD Dr. med.

Mirko Aach

Leitender Arzt Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik - Abteilung für Rückenmarkverletzte
0234 302-67010234 302-6704E-Mail
Termine

In Deutschland leben mehr als 100.000 Menschen mit einer Querschnittlähmung. Etwa 2.000 neue Patienten kommen jährlich dazu. Querschnittlähmungen können durch Unfälle, Tumorerkrankungen, Funktionseinschränkungen, Entzündungen oder Durchblutungsprobleme hervorgerufen werden oder angeboren sein. In unserer Abteilung behandeln wir jährlich rund 300 Patienten stationär und 1.000 Patienten ambulant. Für ihre Versorgung stehen 88 Behandlungsplätze zur Verfügung.

Störung der Nervenverbindung

Das Rückenmark ist Teil des zentralen Nervensystems und leitet Bewegungsimpulse vom Gehirn an die Muskeln und die inneren Organe weiter. Umgekehrt überträgt es die Empfindung von Berührungen, Temperatur oder Schmerz sowie die Position der Gliedmaßen an das Gehirn. Gleichzeitig koordiniert es das Zusammenspiel von Organen und Blutgefäßen. Bei einer Störung oder Unterbrechung der Nervenleitung des Rückenmarks kommt es zu einer Kombination von Ausfällen, in deren Folge Lähmungen an Armen und/oder Beinen, Störungen der Sinnesempfindungen und Störungen der Organfunktionen (insbesondere der Harnblase und des Mastdarms) auftreten können.

Ein einmal eingetretener Rückenmarkschaden ist derzeit weltweit weder operativ noch medikamentös zu heilen und hinterlässt in der Regel dauerhafte Ausfälle.

Unser Versorgungsangebot

Unser Angebot umfasst die Behandlung von Querschnittlähmungen unabhängig von der Ursache. Die Abteilung verfügt über Spezialbetten für dauerbeatmete halsmarkgelähmte Patienten, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder auch auf der Normalstation. Ein besonderer Behandlungsschwerpunkt unserer Abteilung sind Komplikationen, zum Beispiel Druckgeschwüre, spinale Spastik und Frakturen. Zusätzlich erforschen wir experimentelle Therapien und wenden diese an (zum Beispiel die  exoskeletale Neurorehabilitation). Mit einem Team aus hoch qualifizierten Pflegekräften, Therapeuten, Sozialarbeitern, Hilfsmittelprofis und Ärzten wollen wir für jeden Patienten eine größtmögliche Unabhängigkeit erreichen.

Unser Team

  1. PD Dr. med.

    Mirko Aach

    Leitender Arzt Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik - Abteilung für Rückenmarkverletzte

    Kontakt
  2. Dr. med.

    Christoph Horch

    Oberarzt

    Kontakt
  3. Dr. med. Dennis Grasmücke, Oberarzt Abteilung für Rückenmarkverletzte

    Dr. med.

    Dennis Grasmücke

    Oberarzt

    Kontakt
  4. Petra Jakubowski, Stationsleitung 51.0 Rückenmarkverletzte

    Petra Jakubowski

    Stationsleiterin 51.0

    Kontakt
  5. Klaudius Dreja

    Stationsleiter 51.1

    Kontakt
  6. Heiko Büscher

    Stationsleiter 51.2

    Kontakt
  7. Monika Habel

    Sozialberaterin

    Kontakt

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Wir sorgen gemeinsam mit vielen Experten weiterer Fachbereiche für eine ganzheitliche Behandlung unserer Patienten. Beteiligt sind die Neuro-Urologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Pneumologie, Neurologie, Dermatologie, Schmerztherapie sowie HNO-Arzt, Zahnarzt und Augenarzt. Unseren Patienten steht ein umfassendes Diagnostikspektrum zur Verfügung, einschließlich MRT-Untersuchungen unter Beatmung. In unseren Spezialambulanzen (BG-Ambulanz, GKV-Ambulanz, Hochschulambulanz und Neuro-urologische Ambulanz) stellen wir die lebenslange Nachsorge unserer Patienten sicher.

Der Förderkreis der Abteilung unterstützt bedürftige Patienten mit Spendenmitteln.

Besondere Schwerpunkte

  • Operative Behandlung nach Eintreten einer Wirbelsäulenverletzung bzw. Wirbelsäulenerkrankung mit neurologischen Ausfallerscheinungen
  • Versorgung von Extremitätenverletzungen bei querschnittgelähmten Patienten
  • Operative Dekubitusbehandlung
  • Diagnostik und Therapie der querschnittspezifischen Schulterveränderungen (Weight-bearing-Shoulder)
  • Operative Therapie der Spastik durch Implantation von Medikamentenpumpen
  • Tetrahandchirurgie
  • Exoskeletale Neurorehabilitation bei Querschnittgelähmten
  • Brain-Computer-Interface zur EEG-basierten Rollstuhlsteuerung
  • Neuro-Urologie
  • Neuro-Gastroenterologie

 

 

Die Abteilung für Rückenmarkverletzte des Bergmannsheils organisiert den diesjährigen Paraplegiologie-Kongress unserer Fachgesellschaft (DMGP), der vom 16. bis 18. Juni 2021 als Digitalkongress stattfindet. Das Video stellt die Abteilung für Rückenmarkverletzte am Bergmannsheil vor. Alle Infos auf der Kongress-Website

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