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    Mehrfachgebrauch von FFP2- und N95-Masken (mit Kommentar)

    Die fachgerechte und sichere Sterilisation, Aufbereitung und Wiederverwendung von Masken mit höherem Partikel-Filtrationsgrad (N95, FFP2) kann im Falle von Lieferengpässen im Rahmen globaler Pandemien versorgungsrelevant sein.

    In der Bundesrepublik Deutschland haben sich Mund-Nase-Masken der Schutzstufe FFP2 („filtering face piece“) nach EN 149:2001+A1:2009 sowohl im medizinischen und pflegerischen als auch im sozialen Alltag zum Schutz vor einer SARS-CoV-2-Übertragung etabliert. Das funktionelle US-amerikanische Äquivalent sind N95-Masken, welche 95 % aller Partikel mit einer Größe von >0,3 µm filtern. Virusenthaltende Tröpfchen und Aerosole überschreiten üblicherweise diese Größe und werden daher von den genannten Maskentypen effektiv zurückgehalten.

    Im Idealfall werden Masken als Einmal- bzw. Wegwerfprodukt genutzt - in der aktuellen Pandemielage ist der Mehrfachgebrauch aufgrund des hohen Bedarfs bei schwankendem Angebot auch unter Kosten-Nutzen-Aspekten häufig unvermeidbar. 
    Um sowohl Trägern als auch ihrem Umfeld sicheren Schutz vor einer Virus-Übertragung zu gewähren, müssen Masken so sterilisiert und für eine Mehrfachanwendung aufbereitet werden, dass ihr Material und ihre Passform möglichst unverändert bleiben.

    In einer systematischen Literaturrecherche identifizierten Wissenschaftler der University of California in Los Angeles (UCLA) 42 laborexperimentelle Arbeiten zur Dekontamination von 65 verschiedenen N95-Masken mit physikalischen und chemischen Verfahren (JAMA).

    Ultraviolettes Licht (ultraviolet germicidal irradiation, UVGI) scheint die derzeit beste Methode zu sein, um N95- / FFP2-Masken bei hohem Aufkommen kosteneffektiv zu sterilisieren. Für die Elimination des SARS-CoV-2-Virus um den Faktor 103 ist jedoch eine höhere Energiedichte (>1,5 bis 2,0 J / cm2) erforderlich als bei anderen viralen und bakteriellen Erregern. Diese erlaubt etwa neun bis zehn Dekontaminationen, bevor die Maske entsorgt werden muss. Alternativ kann eine Dampfsterilisation mit Wasserstoffperoxid erfolgen. 

    Fazit

    Bei Mehrfachgebrauch von FFP2- / N95-Masken sollten diese mit UV-Licht und hoher Energiedichte (>1,5 J / cm2), maximal jedoch zehnmal, dekontaminiert werden.

    Wir möchten an dieser Stelle auf einen Hinweis aus der Selbstverwaltung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) aufmerksam machen: Laut einer Stellungnahme des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vom 28.02.2021 widerspricht die Wiederaufbereitung von Einmalmaterial (wie eben FFP2-Masken) dessen bestimmungsgemäßem Gebrauch (Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) des BMAS). 

    Stand: 31.03.2021