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    Brust­wieder­her­stellung mit körper­eigenem Gewebe

    Eine Rekonstruktion der Brust kann mit Implantaten oder körpereigenem Gewebe erfolgen. Ein Aufbau der Brust mit körpereigenem Gewebe bietet die beste Möglichkeit, dauerhaft ein natürliches Erscheinungsbild zu erreichen. Zudem befindet sich kein Fremdkörper im Körper. Das Gewebe kann an verschiedenen Stellen des Körpers entnommen werden, je nach physischer Beschaffenheit der Patientin. 

    Brustwiederherstellung durch Verpflanzung von Haut-Fettgewebe vom Bauch (DIEP-Lappenplastik)

    Die DIEP-Lappenplastik ist eine Methode des Brustaufbaus mit körpereigenem Haut- und Fettgewebe. Der DIEP (Tiefer inferiorer epigastrischer Perforatorlappen) ist ein Unter­bauch­lappen ohne Muskel­gewebe. Für den Wiederaufbau der Brust wird Haut mit darunter­liegendem Fettgewebe vom Unterbauch entnommen. 

    Die Brust­wieder­her­stellung durch Verpflanzung von Haut-Fettgewebe vom Bauch ist heute die Methode der Wahl, wenn am Bauch genügend Gewebe­überschuss besteht.

    Vor- und Nachteile der Brust­rekonstruktion mittels DIEP

    Die Bauchmuskulatur bleibt intakt, sodass keine wesentliche Funktions­einschränkung zu erwarten ist. Die Haut-Fett­gewebs­schicht wird von der vorderen Brustwand mit Blut versorgt, es bleiben keine auftragenden Gewebsbrücken in der Brustfalte oder Achselhöhle. 

    Bauchhaut und Fettgewebe sind dem Brustgewebe in Farbe und Beschaffenheit sehr ähnlich, wodurch sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielt werden können. Außerdem ist genügend Gewebe vorhanden, um beide Brüste während einer Operation wiederherzustellen. Während der Operation wird gleichzeitig die Bauchdecke gestrafft.

    Dem gegenüber steht eine relativ lange Operations­dauer von vier bis sechs Stunden. Die Patientinnen verbleiben zwischen acht und zwölf Tagen auf Station. 

    Brustwiederherstellung durch Verpflanzung von Haut-Fettgewebe vom Oberschenkel (TMG-Lappen)

    Bei dieser Methode der Brust­rekonstruktion werden Haut mit darunterliegendem Fettgewebe sowie ein Muskel von der Ober­schenkel­innen­seite entnommen (Transverser Musculus Gracilis – TMG-Methode) und an vorhandene Gefäße der vorderen Brustwand angeschlossen. 

    Vor- und Nachteile des Brustaufbaus mittels TMG

    Diese Methode eignet sich für Frauen, bei denen kein Eigengewebe von Bauch oder Gesäß entnommen werden kann. Die Haut-Fettgewebs-Muskelschicht wird von der vorderen Brustwand mit Blut versorgt, sodass keine auftragende Gewebsbrücke in der Brustfalte oder Achselhöhle entsteht. Die Narbe ist in der oberen Ober­schenkel­innen­seite kaum sichtbar. 

    Das Fehlen des Muskels fällt den meisten Patientinnen nicht auf, kann jedoch bei Leistungs­sportlerinnen zu Einschränkungen führen. Da Gewebe nur von einer Ober­schenkel­seite entnommen wird, können Asymmetrien verbleiben, die eine Angleichung der Gegenseite notwendig machen (Ober­schenkel­straffung oder Fettabsaugung). 

    Die Operations­dauer ist mit vier bis sechs Stunden relativ lange. Die Operation wird in Vollnarkose während eines acht- bis zwölftägigen stationären Aufenthaltes durchgeführt. Da der Muskel nicht mehr die gewohnten Bewegungen ausführt, ist mit einem Gewebs­schwund der neuen Brust innerhalb der ersten zwei Jahre nach Operation zu rechnen.

    Brust­wieder­her­stellung durch Verpflanzung von Haut-Fettgewebe vom Gesäß (FCI-Lappen)

    Bei dieser Methode der Brust­rekonstruktion wird Haut mit darunter­liegendem Fettgewebe vom Gesäß im Bereich der Gesäßfalte entnommen. Ebenso wie bei der Verpflanzung von Haut-Fettgewebe des Unterbauchs werden die kleinen Blutgefäße, die diese Haut-Fett­gewebs­schicht versorgen, behutsam präpariert, um an Gefäße der vorderen Brustwand angeschlossen zu werden. Der Gesäßmuskel wird dabei nicht geschädigt.

    Vor- und Nachteile des Brustaufbaus mittels FCI-Lappen

    Eine Verpflanzung von Haut- und Fettgewebe vom Gesäß ist auch möglich, wenn vom Bauch kein Gewebe entnommen werden kann. Die Narbe in der Gesäßfalte ist nur gering sichtbar. Die Haut-Fettgewebsschicht wird von der vorderen Brustwand mit Blut versorgt, sodass keine auftragende Gewebsbrücke in der Brustfalte oder Achselhöhle verbleibt.

    Da Gewebe nur von einer Gesäßseite entnommen wird, können Asymmetrien verbleiben, die eine Angleichung der Gegenseite notwendig machen (Gesäßstraffung oder Fettabsaugung). Es kann jeweils nur eine Brust in einer Operation wieder­hergestellt werden. Die Operation dauert etwa vier bis sechs Stunden und wird in Vollnarkose während eines acht- bis zwölftägigen stationären Aufenthaltes durchgeführt.

    Brust­wieder­her­stellung mit Gewebe des Rückens

    Bei dieser Methode wird der große Rücken­muskel (Musculus Latissimus Dorsi) teilweise abgetrennt und durch die Achselhöhle mit der notwendigen Blutversorgung auf die vordere Brustwand verschoben. 

    Grundsätzlich ist es möglich, durch das Verschieben von entsprechend viel Gewebe die neue Brust ohne zusätzliche Implantate wiederaufzubauen. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Es ist ein drei- bis fünftägiger stationärer Aufenthalt nötig.

    Vor- und Nachteile der Brust­rekonstruktion mit Rücken­gewebe

    Ein großer Vorteil ist die relativ kurze Operationsdauer von zwei bis drei Stunden. Insgesamt handelt es sich um eine Therapie mit geringem Risiko.

    Das Fehlen des großen Rücken­muskels fällt den meisten Patientinnen nicht negativ auf, kann jedoch bei Leistungs­sportlerinnen zu Einschränkungen führen. Eine sichtbare Narbe und eine leichte Gewebs­abflachung am Rücken verbleiben. Da der Muskel nicht mehr die gewohnten Bewegungen ausführt, ist mit einem Gewebs­schwund der neuen Brust von bis zu 30 Prozent in den ersten zwei Jahren nach der Operation zu rechnen. Die zur Durchblutung notwendigen Gefäße können in der Achselhöhle auftragen und stören. Oft kann nicht genügend Gewebe verschoben werden, sodass zusätzlich ein Silikonimplantat notwendig wird. Aus diesem Grund wird diese Technik heute nur noch in Ausnahmefällen angewandt.

    Brustwiederherstellung durch Verschiebung von Haut-Fettgewebe mit Muskulatur vom Bauch (gestielte TRAM-Lappenplastik)

    Der TRAM (Transversaler Rectus-Abdominis-Muskellappen) ist der quere Unterbauchlappen. Für den Wiederaufbau der Brust werden Haut und Fettgewebe mit Gewebe des geraden Bauchmuskels vom Unterbauch entnommen und mit der notwendigen Blut­versorgung auf die vordere Brustwand geschoben. Es entsteht eine Narbe am Unterbauch, die der eines Kaiser­schnittes ähnelt. Der Nabel wird neu eingepflanzt, weshalb auch eine Narbe um den Bauchnabel entsteht. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und es ist ein fünf- bis siebentägiger stationärer Aufenthalt nötig.

    Vor- und Nachteile des Brustaufbaus mittels TRAM

    Bei dieser Methode kann genügend Gewebe verschoben werden, um ohne Silikon­implantate auszukommen. Während der Operation wird gleichzeitig die Bauchdecke gestrafft. Die Operation ist relativ einfach und dauert nur etwa zwei bis drei Stunden.

    Die Entfernung des geraden Bauchmuskels schwächt die Bauchwand, woraus im schlimmsten Fall ein Bauchdeckenbruch entstehen kann. Es verbleibt ein Gewebe­überschuss in der Brustfalte, der die versorgenden Gefäße enthält. Da der Muskel nicht mehr die gewohnten Bewegungen ausführt, ist mit einem Gewebsschwund der neuen Brust in den ersten zwei Jahren nach der Operation zu rechnen. Aus diesen Gründen wird diese Technik heute nur noch in Ausnahmefällen angewandt.

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