Hightech-Pflege im OP: Neurochirurgie verständlich erklärt

Moderne Neurochirurgie wird immer komplexer – und die Pflege spielt dabei eine Schlüsselrolle. Wie anspruchsvoll und vielseitig diese Aufgaben heute sind, zeigt das erste neurotraumatologische Pflegesymposium am 25. Juni 2026 an der BG Unfallklinik Frankfurt.

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09.06.2026

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Rita Krötz

Referentin Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
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In praxisnahen Workshops erhalten Pflegefachkräfte, Pflegewissenschaftler, Advanced Practice Nurses (APNs) sowie Auszubildende Einblicke in hochspezialisierte Verfahren und trainieren den Umgang mit anspruchsvollen klinischen Situationen.

Ein zentrales Thema ist die Trepanation – die operative Öffnung des Schädels, etwa zur Behandlung von Blutungen, Tumoren oder erhöhtem Hirndruck. Dabei wird deutlich: Pflege geht weit über eine assistierende Funktion hinaus. Sie umfasst die präoperative Vorbereitung ebenso wie die engmaschige postoperative Überwachung. „Gerade nach einer Trepanation ist die engmaschige Beobachtung essenziell“, betont Prof. Dr. med. Frank Kandziora, Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulen- und Neurochirurgie an der BG Unfallklinik Frankfurt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem intraoperativen Monitoring (IOM), bei dem während operativer Eingriffe wichtige Nervenfunktionen kontinuierlich überwacht werden. Durch die Messung elektrischer Signale können Risiken frühzeitig erkannt und bleibende Schäden vermieden werden. Pflegekräfte übernehmen hierbei eine wesentliche Rolle – etwa bei der Lagerung der Patientinnen und Patienten, der Elektrodenplatzierung sowie der Koordination im OP.

Ergänzt wird das Programm durch aktuelle Behandlungskonzepte bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen sowie den Einsatz moderner Stabilisierungstechniken wie TLIF- und Pedikelschrauben zur Stabilisierung der Wirbelsäule.

Auch das sogenannte Liquor-Verlust-Syndrom steht im Fokus: Dabei tritt Hirnwasser (Liquor) aus; hier ist schnelles und umsichtiges Handeln gefragt. Pflegekräfte sind gefordert, Symptome frühzeitig zu erkennen, Wunden sorgfältig zu kontrollieren und Veränderungen unmittelbar weiterzugeben. „Unsere Aufgabe ist es, auch kleinste Veränderungen frühzeitig zu erkennen und umgehend zu reagieren“, erklärt Pflegedirektorin Cynthia Wolf.

Pflege als unverzichtbarer Teil des Behandlungsteams

Ob im OP oder auf der Station: Moderne Neurochirurgie funktioniert nur im Team. Pflege, ärztlicher Dienst, Anästhesie und technische Assistenz greifen ineinander – oft unter hohem Zeitdruck und mit großer Verantwortung.

Das Symposium macht deutlich: Mit der rasanten Entwicklung medizinischer Technik wachsen auch die Anforderungen an die Pflege. Gefragt sind nicht nur Fachwissen und technisches Verständnis, sondern auch Beobachtungsgabe, Kommunikationsstärke und Empathie. Ziel bleibt dabei stets eine maximale Patientensicherheit und eine bestmögliche Versorgung.

„Das Symposium bringt Expertinnen und Experten aus der Pflege zusammen und bietet eine gute Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen. Vor dem Hintergrund einer Gesetzesänderung zur Erweiterung pflegerischer Befugnisse eröffnen sich künftig vielfältige neue Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Klinik. Die BGU positioniert sich dabei als Vorreiter, der diese Entwicklung aktiv mitgestalten und entscheidende Impulse setzen möchte“, erklärt die Pflegedirektorin abschließend.