Mit P.A.R.T.Y. schwere Unfälle bei jungen Erwachsenen verhindern

Junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren tragen das höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Zu den Hauptursachen zählen Alkohol- und Drogenkonsum, Selbstüberschätzung, bewusste Regelverstöße sowie Ablenkung durch Smartphones.

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06.05.2026

Pressekontakt

Rita Krötz

Referentin Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
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Gerade Unfälle mit E-Scootern spielen hierbei eine zunehmende Rolle.
Um diesem riskanten Verhalten frühzeitig entgegenzuwirken – auch über den Straßenverkehr hinaus – setzt das Präventionsprogramm P.A.R.T.Y. (Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth) auf eindrückliche Aufklärung im realen Klinikalltag.

Am 21. Mai 2026 besuchen knapp 20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren der Louise-Schroeder-Schule Wiesbaden, einer Fachoberschule mit dem Schwerpunkt Gesundheit, die BG Unfallklinik Frankfurt. Beim sogenannten P.A.R.T.Y.-Tag erhalten sie authentische Einblicke in die Versorgung von Schwerverletzten nach Unfällen.
„Als Unfallchirurg ist es erschütternd zu sehen, wie junge Menschen durch Selbstüberschätzung, Drogenkonsum und Unachtsamkeit ihr Leben aufs Spiel setzen – und es im schlimmsten Fall verlieren. Wir sehen immer häufiger 16- bis 20-Jährige nach E-Scooter-Unfällen – und das sind keine harmlosen Stürze. Kopfverletzungen, komplizierte Brüche und schwere Weichteilschäden sind eher die Regel als die Ausnahme. Viele unterschätzen die Geschwindigkeit, reagieren zu spät oder fahren ohne Helm.

Nicht wenige tragen zudem lebenslange körperliche und seelische Folgen davon“, sagt Prof. Dr. med. Alexander Klug, Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. „Umso wichtiger ist es, frühzeitig ein Bewusstsein für diese Risiken zu schaffen.“

Das bundesweit etablierte Programm richtet sich an Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren und verfolgt das Ziel, Risikoverhalten und dessen Konsequenzen unmittelbar erfahrbar zu machen. Während des Klinikbesuchs lernen die Teilnehmenden unter anderem die Abläufe in Notaufnahme, Schockraum, Intensivstation und Querschnittabteilung kennen.

Darüber hinaus erhalten sie Einblicke in die Arbeit des Notarzteinsatzfahrzeugs sowie des Rettungshubschraubers „Christoph 2“. Ergänzende Vorträge vermitteln, wie sich Unfälle vermeiden lassen. Zudem haben die Jugendlichen Gelegenheit, mit ehemaligen Unfallopfern ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen junge Menschen nachhaltig sensibilisieren, indem wir ihnen die oft dramatischen Folgen von Verkehrsunfällen eindrücklich vor Augen führen“, erklärt Karsten Andre Leitner, Unfallchirurg an der BG Unfallklinik Frankfurt am Main. „Dabei wird deutlich, wie sehr eine einzige unüberlegte Entscheidung ein ganzes Leben verändern kann.“

Der P.A.R.T.Y.-Tag wurde erstmals am 14. November 2013 an der BG Unfallklinik Frankfurt durchgeführt. Inzwischen beteiligen sich zahlreiche Kliniken in ganz Deutschland an dem Programm.