Verleihung Herbert-Lauterbach-Preis 2022

Herbert-Lauterbach-Preis 2022: Doppelt ausgezeichnet

Der Herbert-Lauterbach-Preis der BG Kliniken wurde in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Arbeitsgruppen verliehen. Die Forschungsarbeiten befassen sich mit neuen Möglichkeiten der Notfall-Computertomografie und der Herstellung von Operationsfähigkeit nach komplexen Brüchen.

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28.10.2022 BG Kliniken

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Eike Jeske

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Das radiologische Team um Dr. Leonie Gölz aus dem BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin entwickelte einen Algorithmus zur Erkennung von Blutungen im Hirnschädel mittels Notfall-Computertomografie. Dieser beruht auf künstlicher Intelligenz (KI) und entstand während einer langjährigen Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft mit dem israelischen Unternehmen Aidoc. Das Zusammenspiel von menschlicher neuroradiologischer Erfahrung und KI verbesserte die Qualität der Befunde: So konnten 12% mehr Blutungen als mit der üblichen CT detektiert und einer adäquaten Therapie zugeführt werden. Mithilfe der Technologie können Befundende besonders an Tagen mit hoher Frequenz teleradiologischer Untersuchungen lebensbedrohliche Ereignisse bevorzugt erkennen. Sie soll nun auf weitere Anwendungsfelder ausgeweitet werden.

Dr. Jan El Barbari und weitere Trauma-Experten der BG Klinik Ludwigshafen untersuchten dagegen die Impulskompression als Einflussfaktor auf die Herstellung der Operationsfähigkeit bei komplexen Brüchen. In einem kontrollierten Studiendesign fokussierten sie sich auf den Einsatz der sogenannten intermittierenden pneumatischen Impulskompression mit Hilfe des VADOplex Systems bei Brüchen des körperfernen Unterschenkels und Fersenbeins. Betrachtet wurde, inwiefern die Behandlung per Impulskompression im Vergleich zu einer alleinigen Hochlagerung der unteren Extremität einen Unterschied erzielte. Die Impulskompression diente dabei insbesondere der Verbesserung des venösen Rückflusses und der Reduktion eines Weichteilödems. 
Die mittlere Dauer von der stationären Aufnahme bis zum Eingriff konnte im Mittel um zwei Tage verkürzt werden. Auch die mittlere post-operative Schmerzintensität, der Schmerzmittelbedarf und die Dauer der stationären Behandlung konnten durch die Impulskompression messbar verringert werden. 

Die Urkunden wurden den Preisträgern bzw. ihren Vertretern beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie am 28.10.2022 in Berlin durch Prof. Dr. Axel Ekkernkamp und Prof. Dr. Dirk Stengel überreicht.

Der Herbert-Lauterbach-Preis

Der mit 15.000 Euro dotierte Herbert-Lauterbach-Preis ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der BG Kliniken. Er wurde 1984 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der gesetzlichen Unfallversicherung von der Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken ins Leben gerufen, einer Vorgängerorganisation der heutigen BG Kliniken. Seit Fusion der BG Kliniken zu einem Konzern mit Holdingstrukturen, vergibt die Muttergesellschaft BG Kliniken - Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung gGmbH den Preis jährlich beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Ausgezeichnet werden dabei traditionell vor allem Forschungsarbeiten mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen auf den Gebieten der Unfallmedizin sowie der Berufskrankheiten des Bewegungsapparates. Die Jury setzte sich zusammen aus einem Repräsentanten der gesetzlichen Unfallversicherung, einem Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und drei Mitgliedern des Medizinischen Beirats der BG Kliniken.

Bild: v.l.n.r - Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Dr. Benedict Swartman (in Vertretung für Dr. Jan El Barbari), Dr. Leonie Gölz, Prof. Dr. Dirk Stengel (© Intercongress)

Weitere Informationen zur Studie

Dr. med. Leonie Gölz, Institut für Radiologie und Neuroradiologie, BG Klinikum Unfallkrankenhaus, Titel der Arbeit: Deep learning algorithm in detecting intracranial hemorrhages on emergency computed tomographies.

Dr. med. Jan El Barbari, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, BG Klinik Ludwigshafen, Titel der Arbeit: Vascular impulse technology versus elevation for the reduction of swelling of lower ex-tremity joint fractures: results of a prospective randomized controlled study.

 

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