Gut geschützt mit der Zwei-Finger-Regel: Sonnencreme richtig auftragen.

Weltkrebstag: Auch im Winter an Sonnenschutz denken

Die Hamburger Märzferien stehen vor der Tür. Für viele Familien bedeutet das: Ab in den Skiurlaub und im Idealfall bei schönstem Winterwetter auf die Piste. Warum Wintersportlerinnen und -sportler auch bei kalten Temperaturen an den Sonnenschutz ihrer Haut denken sollten, weiß Dr. Katja Dicke, Oberärztin am Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention (iDerm) an der Universität Osnabrück und BG Klinikum Hamburg. Zum heutigen Weltkrebstag gibt die Medizinerin Tipps zur Prävention von Hautkrebs.

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04.02.2026

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Christiane Keppeler

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„Im Winter unterschätzen viele Menschen die Wirkung von UV-Strahlen, da die Sonne niedriger am Horizont steht und anders als im Sommer auch nicht als warm oder gar heiß empfunden wird,“ so Dr. Katja Dicke. Dennoch gelangt auch im Winter weiterhin UV-Strahlung – auch an bewölkten Tagen – auf die Erde. Deswegen sei Sonnenschutz auch in der kalten Jahreszeit wichtig. Liegt Schnee, gelte dies ganz besonders: „Schnee und Eis reflektieren bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen, wodurch die Exposition deutlich steigt. Zudem nimmt die Strahlungsintensität mit steigenden Höhenmetern, also beispielsweise beim Skifahren in den Bergen, zu,“ so die Expertin. Durch einen konsequenten UV-Schutz können die Risiken von UV-Strahlen wie Sonnenbrand, Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung vermindert werden.

Richtiger Sonnenschutz für Wintersportlerinnen und -sportler

Um die Haut beim Skifahren zu schützen, empfiehlt die Medizinerin die Anwendung einer Sonnenschutzcreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+), die die Haut vor UVB- und UVA-Strahlen schützt. „Diese Creme sollte 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien großzügig aufgetragen werden. Die richtige Dosierung können wir uns ganz einfach mit der Zwei-Finger-Regel merken,“ sagt die Expertin. Diese Regel besagt: Zwei fingerlange Steifen der Creme auf die Innenseite des Zeige- und Mittelfingers auftragen und jeweils pro Arm, pro Bein, auf Gesicht und Hals, Brust, Bauch sowie den Rücken auf alle der Sonne ausgesetzten Stellen verteilen. Für einen langfristigen Schutz sollte Haut, die nicht durch Kleidung, Mützen oder Helme bedeckt ist, alle zwei Stunden nachgecremt werden. Wichtig sei dabei, auch an oft vernachlässigte Stellen wie Ohren, Nacken, Hals, Hände und Unterarme zu denken. Zum Schutz der Lippen eigne sich ein Lippenbalsam mit UVA- und UVB-Schutz sowie LSF 50+. Da UV-Strahlung zudem auch die Augen schädigen kann, sollte eine Ski- oder Sonnenbrille mit seitlicher Abdeckung mit UV-Schutz getragen werden. „Achten Sie beim Kauf der Brille auf die UV 400-Zertifzierung. Dann können Sie sicher sein, dass die Brille Ihre Augen schützt.“

Ähnlich wie im Winter wird auch die Kraft der Frühlingssonne unterschätzt. „Die ersten warmen Sonnenstrahlen lösen bei uns ein wohliges Gefühl aus, was dazu führt, dass wir die UV-Strahlung gedanklich verdrängen. Diese kann jedoch schon intensiv sein. Zudem ist unsere Haut durch den Winter noch ungeschützt,“ erklärt Dr. Dicke. Hilfreich sei deswegen, den UV-Index zu berücksichtigen. Dieser ist zum Beispiel in Wetter-Apps, in der Tageszeitung oder auf der Webseite des Bundesamts für Strahlenschutz zu finden. Angepasst an den Index sollten dann Maßnahmen ergriffen werden. Neben dem Auftragen der Sonnencreme 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien, empfiehlt die Expertin, eine Sonnenbrille und Kopfbedeckung zu tragen. „Möglichst eine Schirmmütze oder besser noch einen breitkrempigen Hut, um nicht nur die Kopfhaut, sondern auch Gesicht, Augen und Nacken zusätzlich zu schützen. Mit Kleidung lässt sich auch die Haut am Körper wunderbar schützen, beispielsweise durch langärmelige, lichtundurchlässige Oberteile,“ führt die Dermatologin aus.

Gute Heilungschancen durch Früherkennung

Mit über 300.000 Neuerkrankungen im Jahr ist Hautkrebs die häufigste Krebsart in Deutschland, aufgeteilt auf die häufigste Form des weniger gefährlichen hellen Hautkrebs und den gefährlicheren schwarzen Hautkrebs (etwa 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr). Bei einer frühzeitigen Erkennung sind die Heilungschancen aber sehr hoch. Wichtiger Bestandteil der Vorsorge ist das sogenannte Hautkrebsscreening. „Dabei inspiziert ein Hautarzt, eine Hautärztin oder ein speziell weitergebildeter Allgemeinmediziner/eine speziell weitergebildete Allgemeinmedizinerin die gesamte Haut inklusive der Kopfhaut und angrenzender Schleimhäute. Muttermale oder suspekte Hauterscheinungen werden dabei mittels Dermatoskop – einer Lupe mit 10-facher Vergrößerung – untersucht, um Strukturen besser einordnen zu können,“ so Dr. Dicke. Gegebenenfalls müssen auffällige Hautveränderungen durch eine Biopsie (Gewebeprobe) oder eine operative Entfernung und anschließende Gewebeuntersuchung weiter abgeklärt werden. Andere Hauterscheinungen werden gegebenenfalls fotografisch dokumentiert und im Verlauf kontrolliert. 

Ab dem 35. Lebensjahr wird das Hautkrebsscreening alle zwei Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Für jüngere Menschen kann die Untersuchung ebenfalls sinnvoll sein, allerdings muss diese in der Regel selbst bezahlt werden. Bei Personen, die regelmäßig eine Stunde oder mehr mit intensiver UV-Belastung im Freien arbeiten, sind Arbeitgebende verpflichtet, eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten. „Das Plattenepithelkarzinom – eine Form des weißen Hautkrebses – sowie seine Vorstufen, sind als Berufskrankheit anerkannt. Sofern ärztlicherseits oder seitens der im Freien tätigen Person selbst der begründete Verdacht besteht, dass eine berufsbedingte Hautkrebserkrankung vorliegt, muss dies der zuständigen BG oder Unfallkasse gemeldet werden, die dann gegebenenfalls weitere Präventionsmaßnahmen veranlasst,“ erklärt Dr. Dicke. 

„Neben dem ärztlichen Screening kann aber auch jede und jeder von uns einen wichtigen Beitrag zur Vorsorge leisten, indem wir selbst unsere Haut gut beobachten,“ berichtet die Medizinerin. Hautveränderungen oder auffälligen Pigmentmalen sollten ärztlich abgeklärt werden. 

Wie eine Selbstuntersuchung durchgeführt werden kann, zeigt dieses Video: Check Deine Haut - Selbstuntersuchung zur Prävention von Hautkrebs.