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Risikofaktoren für das Versagen einer Regionalanästhesie des Arms

Warum diese Studie wichtig ist

Im BG Klinikum Hamburg werden viele Operationen an Hand, Handgelenk oder Unterarm unter regionaler Betäubung (Nervenblockade) durchgeführt. Dabei wird gezielt ein örtliches Betäubungsmittel an ein Nervengeflecht in der Achselhöhle (axillärer Plexus brachialis) gespritzt. Für die meisten Patientinnen und Patienten ist dieses Verfahren schonend und sicher und kann eine Vollnarkose vermeiden. In manchen Fällen reicht die Betäubung jedoch nicht vollständig aus, sodass während der Operation auf eine Vollnarkose umgestellt werden muss. Ziel der Studie war es, besser zu verstehen, unter welchen Bedingungen dies häufiger vorkommt – um Patientinnen und Patienten noch gezielter aufzuklären und die Behandlung weiter zu verbessern.

Wie wurde untersucht?

Untersucht wurden rückblickend die Daten von 2.248 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2021 und 2024 im BG Klinikum Hamburg eine ultraschallgestützte axilläre Nervenblockade als alleinige Betäubung erhalten hatten. Alle Eingriffe folgten einem einheitlichen Standard. Als „nicht erfolgreich“ wurde die Betäubung nur dann gewertet, wenn ungeplant eine Vollnarkose notwendig wurde. Beruhigungsmittel oder zusätzliche Schmerzmittel galten nicht als Misserfolg.

Was kam heraus?

Insgesamt erwies sich die Methode als sehr zuverlässig: In etwa 90 % der Fälle war die regionale Betäubung ausreichend. Bei rund 10 % der Patientinnen und Patienten wurde dennoch eine Vollnarkose erforderlich.

Ein etwas erhöhtes Risiko zeigte sich bei Patientinnen und Patienten mit höherem Körpergewicht (BMI), bei bekanntem Bluthochdruck sowie im mittleren Lebensalter um etwa 50 Jahre. Auch die Art und Dauer der Operation spielten eine Rolle: Eingriffe näher am Unterarm oder Ellenbogen sowie längere Operationen gingen häufiger mit einer Umstellung auf Vollnarkose einher.

Keinen klaren Einfluss hatten dagegen das Geschlecht, der allgemeine Gesundheitszustand (ASA-Klassifikation) oder die formale Erfahrung der durchführenden Ärztinnen und Ärzte.

Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?

Dass die ärztliche Erfahrung keinen eindeutigen Einfluss zeigte, deutet darauf hin, dass übliche Kriterien wie die Anzahl durchgeführter Eingriffe oder absolvierte Schulungen allein nicht alle Fähigkeiten widerspiegeln, die für eine erfolgreiche Nervenblockade wichtig sind. Künftige Studien könnten helfen, diese Faktoren besser zu verstehen und die Ausbildung weiter zu verbessern.

Für Patientinnen und Patienten bedeuten die Ergebnisse vor allem: Die axilläre Nervenblockade ist in den allermeisten Fällen sicher und erfolgreich. Gleichzeitig können bestimmte individuelle und operative Faktoren das Risiko einer notwendigen Vollnarkose erhöhen. Diese Aspekte lassen sich im Aufklärungsgespräch berücksichtigen und unterstützen eine transparente, gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Behandlungsteam und Patientinnen und Patienten.

Förderung: Die Studie wurde eigenfinanziert.