Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie

Das Team der Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie am BG Klinikum Hamburg ist spezialisiert auf die Behandlung von Schwerverletzten mit Brüchen des Beckenrings und der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum). Wir stehen mit unserer Expertise darüber hinaus Patientinnen und Patienten auch bei posttraumatischen Fehlstellungen sowie degenerativ erworbenen oder angeborenen Erkrankungen im Bereich der Hüftgelenke und des Beckens zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner

Dr. med.

Simon Jakob Herrmann

Oberarzt Schwerpunkt Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie
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Im BG Klinikum Hamburg behandelt ein spezialisiertes Team mit besonderer Erfahrung Verletzungen und Erkrankungen des Beckens sowie der Hüfte. Als überregionales Traumazentrum operieren wir jährlich über 70 Patientinnen und Patienten mit Brüchen des Beckenrings und des Acetabulums (Hüftgelenkspfanne). Auch Fehlstellungen und Revisionsoperationen nach einem Unfall sowie erworbene und angeborene Erkrankungen des Hüftgelenks gehören zu unserem Leistungsspektrum. 

Das Team der Becken- und Hüftchirurgie behandelt Patientinnen und Patienten, die über die zentrale Notaufnahme, als Zuverlegung aus externen Krankenhäusern sowie im Rahmen der spezialisierten Becken- und Hüftsprechstunde zu uns kommen, unabhängig vom Kostenträger (Berufsgenossenschaft, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung). Der Fachbereich Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie ist Teil der Abteilung Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie.

Beckenfrakturen (Beckenring und Acetabulum)

Brüche des Beckenrings und der Hüftgelenkspfanne sind häufig Folge von Stürzen aus großer Höhe oder Verkehrsunfällen. Bei älteren Patientinnen und Patienten kann es bei abnehmender Knochenqualität (Osteoporose) auch bereits bei Stürzen aus dem Stand zu Beckenbrüchen kommen. Beckenfrakturen gehören zu den seltenen Frakturen und erfordern daher ein erfahrenes, hochspezialisiertes Team. Wir behandeln im BG Klinikum Hamburg eine überdurchschnittlich hohe Anzahl dieser Verletzungen. Dabei kommen neben konservativen (nicht-operativen) Behandlungskonzepten häufig operative Verfahren zur Stabilisierung des Beckenrings oder der Hüftgelenkspfanne in Frage. Das Team der Becken- und Hüftchirurgie verfügt über besondere Erfahrung in der minimal-invasiven Versorgung von Beckenringfrakturen mit modernen, computernavigierten Verfahren, welche eine schonende Stabilisierung des Beckens bietet. Bei ausgedehnten und komplexen Verletzungen kann aber auch eine aufwändige, mehrstündige Operation notwendig werden, um die Mobilität der Patientinnen und Patienten wiederherzustellen und bleibende Funktionseinschränkungen zu verhindern. Liegen posttraumatische Fehlstellungen, Materialversagen oder Fehlheilungen nach Beckenbrüchen vor, so sind ebenfalls anspruchsvolle Revisionsoperationen notwendig. Diese aufwändigen Operationen sollten aufgrund ihrer Seltenheit und Komplexität idealerweise in einem großen Zentrum der Unfallversorgung wie dem BG Klinikum Hamburg durchgeführt werden.

Gelenkerhaltende und -ersetzende Chirurgie bei erworbenen oder angeborenen Erkrankungen des Hüftgelenks

Am Hüftgelenk können eine Vielzahl an angeborenen und erworbenen Erkrankungen auftreten, die zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer verminderten Lebensqualität führen. Für deren Behandlung ist ein tiefgreifendes Verständnis der komplexen Anatomie und Biomechanik des Hüftgelenks sowie Erfahrung in spezialisierten konservativen und operativen Behandlungskonzepten der Erkrankungen und Verletzungen notwendig. Folgende Erkrankungen und gelenkerhaltende Operationen des Hüftgelenks gehören u. a. zum Leistungsspektrum des Teams der Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie am BG Klinikum Hamburg:

  • Minimalinvasive/arthroskopisch-assistierte Operationen bei femoroazetabulärem Impingement/Knorpelschäden/Labrumläsionen und chirurgische Hüftluxationen bei ausgedehnten Befunden
  • Korrekturoperationen bei Oberschenkeldrehfehlern (Torsionsdeformitäten des Femurs)
  • Operative Refixation bei Läsionen der Glutealsehnen oder bei Rupturen der proximalen Hamstringsehnen
  • Sonstige Sehnenoperationen im Becken- und Hüftbereich, z. B. beim Psoasimpingement

Wenn degenerative oder posttraumatische Veränderungen am Hüftgelenk fortgeschritten sind und ein Verschleiß des Gelenks eingetreten ist, kann von einer Arthrose gesprochen werden. Neben der konservativen Therapie bieten wir bei anhaltenden, konservativ nicht therapierbaren Beschwerden die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks über einen minimalinvasiven Zugang an.

Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Team des Fachbereichs für Endoprothetik. Gemeinsam werden auch komplexe Eingriffe zum Beispiel im Bereich der Revisionsendoprothetik und bei Versorgung periprothetischer Frakturen geplant und durchgeführt.

Forschung und Engagement in Fachgesellschaften

Das Team der Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie ist aktives Mitglied in der Sektion Becken- und Acetabulumsverletzungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Wir tragen als teilnehmende Klinik zur standardisierten, deutschlandweiten Datenerhebung über das sogenannte Beckenregister bei.

Wir beschäftigen uns wissenschaftlich intensiv mit der Erforschung von optimierten Behandlungskonzepten für Beckenverletzungen sowie deren Grundlagen. Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus den jüngsten Fachveröffentlichungen des Teams:

  • Scherff TC, Hinz N, Grimme C, Frosch KH, Hartel M. Complication rates following open surgical removal of osteosynthesis material from the pelvis and acetabulum:   a retrospective case series of 154 removals. Acta Orthopaedica. 2026 Jan;97, 35–41. doi: 10.2340/17453674.2026.45294.
  • Hinz N, Seffert A, Thiesen D, Meine E, Nasri MH, Frosch KH, Hartel M. Screw fixation of superior pubic ramus fractures using a modified technique with a pre-bent guidewire in curved transpubic corridors - A non-inferiority pilot study. Injury. 2025 Jun;56(6):112318. doi: 10.1016/j.injury.2025.112318.
  • Hartel M, Hinz N, Ewald F, Frosch KH. Der besondere Fall - Endoskopische Platten- und Schraubenosteosynthese einer Beckenringfraktur. Hamburger Ärzteblatt. 2025 Feb.
  • Hinz N, Dehoust J, Mangelsdorf S, Schulz AP, Frosch KH, Hartel MJ. Unfallrente nach Beckenring- und Acetabulumfraktur : Änderung der Rentenleistungen nach isolierten Beckenring- und Acetabulumfrakturen im Rahmen von Arbeitsunfällen von 2013 bis 2019 – eine DGUV-Register-Analyse. Unfallchirurgie (Heidelb). 2025 Feb;128(2):109-116. German. doi: 10.1007/s00113-024-01516-z.
  • Hinz N, Baumeister D, Dehoust J, Münch M, Frosch KH, Augat P, Hartel MJ. The infraacetabular screw versus the antegrade posterior column screw in acetabulum fractures with posterior column involvement: a biomechanical comparison. Arch Orthop Trauma Surg. 2024 Jun;144(6):2573-2582. doi: 10.1007/s00402-024-05324-3.
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    Simon Jakob Herrmann

    Oberarzt Schwerpunkt Becken-, Acetabulum- und Hüftchirurgie

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    Nico Hinz

    Arzt in Weiterbildung

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